Gedichte




Solange ich denken kann, habe ich sporadisch, wenn mir danach zumute war, Gedichte geschrieben. Dabei ging es um Gedanken, Gefühle, Stimmungen und natürlich... um die Liebe. Als ich 'Sonne im Garten' hervorkramte, kam mir der Gedanke, dass meine sämtlichen Texte unweigerlich irgendwann ungelesen im Container landen werden. Um wenigstens einigen dieses Schicksal zu ersparen, nachfolgend mit einem Augenzwinkern eine kleine Auswahl:


 
  Der Paradiesvogel
 Er erinnert an Traummelodien,
einen bunten Regenbogen,
einen Sonnenuntergang am Meer.

Du schaust ihn an
und bist auf sonderbare Weise
von ihm fasziniert.

Wie schon sein Name verrät,
besitzt er die besondere Gabe,
Einblicke ins Paradies zu vermitteln.

Berühr ihn - einen Augenblick,
halt ihn fest - für kurze Zeit
und laß ihn wieder frei.

Müßte er sein Dasein
- in Ketten gelegt - fristen,
wäre er kein Paradiesvogel mehr.



Nie wieder
Ich kann nicht ein bißchen lieben,
ein bißchen traurig oder ein bißchen unglücklich sein.
Ich kann nur lieben,
traurig oder unglücklich sein mit allen Fasern meines Herzens.
Meine Gefühle zu dir
machen mich kaputt, fressen meine Seele auf.
Ich pfeife auf das, was man 'Liebe' nennt, ziehe meine Gummistiefel an,
gehe mit Gießkanne und Spaten in meinen Garten
und beschließe, nie wieder deinetwegen
unglücklich zu sein.



Du
Du hast meinen Alltag
zum Sonntag gemacht.
Wir begegneten uns
auf der Suche
nach etwas Glück.

Du hast meinen Körper
zum Schwingen gebracht.
Wir lernten uns lieben
auf der Suche
nach etwas Glück.

Du hast meine Seele
immer trauriger gemacht.
Deshalb gehe ich jetzt
auf der Suche
nach etwas Glück.



Ja...
Ja, ich weiß,
ich bin ein hoffnungsloser Fall,
der immer noch von einer Liebe träumt,
die leicht ist, beschwingt, übermütig, zärtlich,
voller Romantik, innig und tief, bei der man,
getragen von gegenseitiger Achtung,
Liebe und Toleranz, einfach nur
und zur Freude des anderen
man selbst sein darf.



 Seifenblasen
Es mußte so kommen, früher oder später.
Du hast Träume gehabt,
die zerplatzt sind wie Seifenblasen.
Schade und 'Gott sei Dank',
denn auch beim Träumen wird man älter.



Ornithologische Betrachtung
Null Bock auf Fliegen hat dein Spatz in der Hand.
Er ist einfach nur faul.
Ein Vogel, der nicht fliegen mag, verdient seinen Namen nicht,
ist wie ein fahruntüchtiger PKW.
Bei der Taube auf dem Dach hast du deine Chance verpaßt.
Sie ist namenlos und fort.
Vergiß sie alle beide, den Spatz und die Taube.
Schau da, die Silbermöwe...
(...ist auch nicht schlecht).



Tagträume – blaue Träume
Lächelnd soll er auf mich zukommen, seine Arme um meine Schultern legen
und mir zärtlich ins Ohr flüstern: „Da bist du ja endlich. So lange habe ich dich gesucht.“

Ich will seinen Herzschlag hören, die Wärme seines Körpers spüren,
Arme, die mich festhalten, in denen ich geborgen bin bis ans Ende meiner Tage.
Noch einmal, hoffnungslos verliebt und verloren, abheben und wie auf Wolken schweben,
Zeit und Raum vergessen, grenzenlos glücklich sein.

Sich selbst im anderen erkennen, Herzen, die im Gleichklang schlagen,
Sinne, die sich erfreuen an denselben schönen Dingen,
die Liebe immer wieder neu erleben, das ist meine Vorstellung vom Glück.

In den Norden ans Meer sollten wir fahren, tagsüber lachend am Strand entlang laufen,
spät abends oben von der Steilküste aus schweigend den Sonnenuntergang bestaunen
und engumschlungen nach Hause gehen.

Wir könnten auch wandern in den Bergen, Alpenrosen und Enzian fotografieren,
vom Gipfel hinab ins Tal schauen und nach einer Stärkung in der Jausenstation
erschöpft und dennoch beschwingt den Heimweg antreten.

Im Süden am Mittelmeer hätten wir alles: das Meer, die Berge und eine herrliche Vegetation,
könnten uns immer wieder berauschen an diesem unbeschreiblich schönen Blau,
der Farbe der Träume, der Fantasie und Harmonie.

Wenn wir keine Lust verspüren zu verreisen, schlendern wir Hand in Hand durch den Garten.
Ich nenne ihm die Namen der Blumen, die ich gepflanzt habe, weil ich sie so mag,
und er gibt ihnen Wasser, damit sie gedeihen.

Wir würden morgens draußen frühstücken, mit den Rädern zum Schwimmen fahren
oder Ausflüge ins Grüne machen, abends bei einem Glas Wein Musik hören
und uns im Tanzschritt dazu bewegen.

Vielleicht käme auch alles ganz anders und er erzählte mir von Dingen,
über die ich nichts weiß, zeigte mir Städte und Landschaften, die mir neu sind,
erfreute mich mit verrückten Einfällen und zärtlichen Gesten.

Er könnte aus seinem Lieblingsbuch vorlesen, mir ein Lied vorspielen
auf einem Instrument, auf der Gitarre zum Beispiel, und dazu singen,
eine Blume im Garten pflücken und sie mir schenken,
mir zum Geburtstag einen Liebesbrief mit der Post schicken.

Wir würden nie aufhören, zärtlich miteinander zu sein, nicht nur unsere Seelen
würden sich finden, sondern auch unsere Lippen und Körper bis zuletzt.
Ich möchte am Ende gern sagen können, daß ich sie gefunden habe,
die Liebe meines Lebens.
Pietre Ligure/Italien



Traummann
Gefühl soll er haben und Fantasie,
Humor auch und innere Fröhlichkeit,
ein wenig verrückt sein auf sympathische Weise,
nie ganz richtig erwachsen werden und mich so lieben,
wie ich bin.



er + sie = es
er
er traf
er traf genau
er traf genau ihren
er traf genau ihren lebensnerv
sie
sie denkt
sie denkt viel
sie denkt viel zu oft
sie denkt viel zu oft an ihn
es
es ist
es ist was
es ist was es ist
es ist vielleicht liebe



Urlaubsgrüße
Ich denk an dich und träum von dir. Ich vermiß dich hier
so sehr.
In der Traumwelt, die ich aufgebaut, ist dein Bild mir so vertraut
und nah.
Und rufen meine Gedanken in deinem Ohr ein Klingeln oder sogar
einen Schluckauf hervor, hör doch mal hin! Es sind Grüße von mir, sie sagen dir:
Ich mag dich sehr.



Seit...
Seit ich dich sah, bin ich in dich verliebt.
Seit ich mit dir tanzte, möchte ich deine Nähe spüren.
Seit du mich küßtest, bin ich süchtig nach deinen Küssen.
Seit du fort bist, fühl ich mich unheilbar krank.
Komm, küß mich, küß mich auf den Mund,
küß mich einfach wieder gesund.



Die Blaue Blume
Aus meiner Liebe zu dir ist eine
zarte blaue Blume gewachsen auf meines Herzens Grund.
Das Blümchen beginnt zu kränkeln, kümmert nur so vor sich hin,
droht einzugehen.
Ich bin traurig und ratlos; denn der Nährboden der Krankheit
ist nie gekannte Eifersucht.
Vielleicht kennst du ein Mittel und rettest das Pflänzchen
um unserer Liebe willen....?



Wenn...
Wenn ich an dich denke, wird mir ganz warm ums Herz
vor Freude darüber, daß es dich gibt.
Wenn ich deine Stimme höre, bin ich aufgeregt wie ein kleines Kind
und ich rede dann einfach zu viel.
Wenn du mich umarmst und küßt, schau ich mit geschlossenen Augen
von Wolke sieben direkt ins Paradies.
Wenn ich in deinen Armen liege, weiß ich, daß es sich gelohnt hat
zu warten, bis ich dich traf.



Frust
Nachdem ich dreimal
laut 'Scheiße' geschrien,
sechs Teller gegen die Wand geschleudert hatte und
ohne Schirm durch den Regen gelaufen war,
fühlte ich mich schon etwas besser.
Als ich die Scherben zusammen fegte, fiel mir wieder ein,
daß ich so unglücklich war, weil ich eigentlich bei dir sein wollte.
Und im Vollbad in der Wanne dachte ich an deine Zärtlichkeit und Wärme
und wie schön es wäre, könntest du jetzt meinen Rücken einseifen.



Liebe
Wenn dich zu lieben heißt:
Mit Leib und Seele bei dir zu Hause zu sein,
mich nach dir zu sehnen jeden Tag,
dich zu mögen als Mann, Freund und Mensch,
ja, mein Lieber, dann liebe ich dich.



Ein faszinierender Mann bist du auch...
Aber viel mehr bist du einer zum Erzählen und Zuhören,
zum Kuscheln und Liebhaben, zum Entspannen und Wohlfühlen.
Wenn du lachst, muß ich auch lachen, wenn deine Augen mich zärtlich streicheln,
machen sich Glücksgefühle in mir breit und mir geht es so wahnsinnig gut.
Wenn du mich übermütig küßt, habe ich immer wieder das Gefühl,
daß sich meine Arme in Flügel verwandeln. Ich könnte abheben vor Glück.
Ich möchte in die Hände klatschen, herumwirbeln und Freudentänze veranstalten,
mich bis zum Umfallen um die eigene Achse drehen und herausschreien,
wie sehr ich dich mag.
Du bist zärtlich, sensibel, sinnlich, leidenschaftlich
und du läßt mich sein, wie ich bin.



Silvester
Ich saß auf dem Fußboden, den Rücken an den Heizkörper gelehnt,
und schaute nach draußen, um Abschied zu nehmen
von diesem Jahr.
Ich sah meinen Garten, vernachlässigt, vom Sturm zerzaust
und in graues Naß gehüllt, eine stumme Anklage ans
verflossene Jahr.
Ich entdeckte meine Steinvögel, versteckt zwischen Buchsbaum und Efeu,
und mußte an den Namen denken, den ich dem Frechen dort gab
vor genau einem Jahr.
Ich hatte ihn nach dir benannt, weil er mich irgendwie an dich erinnerte
und mich stets fröhlich stimmte, wenn ich ihn anschaute
im letzten Jahr.
Ich betrachtete seinen Schnabel, weit aufgerissen bis in alle Ewigkeit,
und verstand seine Botschaft: Alles wird gut im
Neuen Jahr.



Urlaub am Meer
Endlich der langersehnte Urlaub am Meer! Im warmen Sand neben mir ER.
Die Sonne brennt, zwingt mich, die Augen geschlossen zu halten.
Ich lausche dem gleichmäßigen Rauschen des Meeres.
Ein sanfter Wind liebkost meinen Körper.
Ich fühle mich leicht und beschwingt, um Jahre verjüngt.
Ich wende den Kopf zur Seite. Mein halbgeöffnetes Auge vergnügt sich an den
im Wind
tanzenden Halmen des Grases, an seinen prallen Blüten, bereit,
die unzähligen reifen Samen zu verstreuen, am strahlenden Blau des Himmels
und ich schmecke das Meerwasser auf meinen Lippen.

Zum Sehen, Hören, Fühlen, Beobachten und Staunen Zeit,
keine Hast, keine Eile, kein Stress, einfach zum Erleben und Leben bereit.
Urlaub am Meer und immer noch ER bedeuten mir Licht, Wärme,
Zärtlichkeit, inneren Frieden und Geborgenheit.
Gleich einem trockenen Schwamm sauge ich alles Schöne auf,
täglich neu; denn ein Jahr ist lang.

Ich mag ihn so sehr, den Urlaub am Meer: Fünfzig Prozent Himmel,
vierzig Prozent Meer, der Rest ist das Festland, bin ich und ist ER.
Ich bin ich! Ich möchte niemand anderes sein. Ich lebe und liebe.
Was kann schöner sein?
Dänemark



Himmel und Meer
Und immer wieder zieht's mich hierher. Ich betrachte den Himmel und schaue aufs Meer.
Mit allen Sinnen nehme ich's wahr und fühl' mich phantastisch und wunderbar.

Das Meer, ständig in Bewegung, mal laut tösend aus Freude oder vor Wut,
dann, kaum eine Regung, still und sanft in zärtlichem Übermut.

Der Himmel blickt stumm auf das Meer, mal heiter, mal wolkig, runzelt die Stirn ab und zu sehr.
Er nimmt das Meer so, wie es ist, weil's sowieso nicht zu zähmen ist.
Nur am Horizont sind die beiden sich ganz nah. Da küßt der Himmel das Meer sogar.

Und wenn abends das Meer glitzert und der Himmel bunt strahlt,
meint man, Gott hat's mit derselben Farbe gemalt.

Ich bin das Meer und der Himmel ist ER.
Zwei seltsame Vögel gesellten sich im Laufe der Jahre dazu,
schenkten uns Glück und Freude und nahmen uns unsere Ruh'.

Wir hoffen, und das ist unser Wunsch hier auf Erden,
daß es zwei prachtvolle Möwen werden.

Und sollte ihr Flug sie einst weit weg von uns führen,
soll'n sie nie vergessen, gelegentlich den Himmel oder das Meer zu berühren.
Dänemark



Pacta sunt servanda (…..... müssen erfüllt werden!)
Wir wollen jetzt, da die Kinder herangewachsen und die
Renovierungsarbeiten in Haus und Garten bald abgeschlossen sind,
uns endlich Zeit nehmen, Zeit nur für uns:

Im Sommer draußen sitzen und Kaffee trinken, über die Kinder plaudern,
unser Hobby - den Garten- und den Beruf, Urlaubgsfotos anschau'n
vom Meer und den Bergen, auch einmal grillen, Rezepte austauschen
sowie Ableger von Kübelpflanzen und uns bei einem Glas Wein
zur Zeit der Ritterspornblüte nach zwei Jahrzehnten
Nachbarschaft das längst fällige 'DU' anbieten.

Wir haben erst März. Die Krokusse blühn.
Ich halt' den Brief in der Hand, den Brief mit Kreuz und schwarzem Rand.
Verdammt! Warum hältst Du, liebe Gerda, unsere Abmachung nicht ein?
- in memoriam Gerda L. -



Verloren für einen Augenblick
Auf dem Weg ins Büro dachte ich so:
Welch ein herrlicher Tag! Was er wohl bringen mag?
Akten en gros, Telefon sowieso,
Publikum ohne Frage, kurzum: Stress wie alle Tage.

Es klopfte an der Tür, und ER stand vor mir,
stutzte kurz und strahlte mich an. Himmel, was für ein Mann!
'Was kann ich für Sie tun?' Ich spürte seinen Blick auf mir ruhn.
'Tut mir leid, ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur, Sie gefallen mir sehr.'

Unsere Blicke trafen sich. Automatisch setzte ich mich.
Auch er gefiel mir sehr, erinnerte mich an Sonne und Meer.

Guten Morgen, fremder Mann, dieser Tag fängt ja phantastisch an.
So etwas hat mir seit langem keiner gesagt,
und ich dachte schon, ich sei nicht mehr gefragt.
Olala, schöner Mann, du machst mich ganz schön an.
Ich hab' das Gefühl, als würd' ich schweben, als würde ich plötzlich abheben.
Ich mag seine Spontaneität, seine Stimme und die Art, wie er geht,
wie seine Augen mich fordernd anstrahlen und traumhafte Bilder in meine Seele malen:
Hand in Hand möcht' ich mit ihm spazierengehn,
mich an ihn schmiegen, die Sonne im Meer versinken sehn.
Ich würd' gern mit ihm um die Wette laufen,
'ne Kissenschlacht machen und aus Spaß mit ihm raufen.
'Schade, mein verbotener Mann, da bahnt sich leider nichts an.
Ich sag' es nicht gern, aber ich sage es jetzt,
der Platz an meiner Seite ist seit Jahren besetzt
von einem einzelnen Herrn und der teilt mich nicht gern.'

Adieu, fremder Mann, schau mich nicht so traurig an,
traurig an, traurig an, adieu.



Ich mag...
Sonne, Wind, Meer und Blumen, die blüh'n,
Vogelschwärme, die zielstrebig gen Süden zieh'n.
Ich mag Leben leben, Liebe nehmen und geben
und ganz besonders IHN.

Bei Regen spazierengehn, die Sonne glutrot versinken sehn,
im Schatten von uralten Bäumen liegen und mit offenen Augen träumen.
Ich mag Leben leben, Liebe nehmen und geben
und ganz besonders IHN.

Leise Musik und Sinnlichkeit, für Stunden versinken in Zärtlichkeit,
Gefühle fühlen und zeigen, lange Gespräche und glückliches Schweigen.
Ich mag Leben leben, Liebe nehmen und geben
und ganz besonders IHN.



Ich kann auch anders
Man sagt, ich sei höflich, bescheiden und nett.
Ich bin harmoniesüchtig, friedliebend, mag keinen Streit,
gebe – wenn's sein muß – auch nach,
überseh' großzügig, wenn man mich provoziert.
Doch wer mich immer und immer wieder bis aufs Blut reizt,
der kann mich kennenlernen, und ich schwöre:
Hören und Sehen wird ihm dabei vergehen!



Traumland
Da unten im Süden gibt’s einen endlosen Strand.
Das Meer ist so warm und zu heiß der Sand,
um barfuß zu gehen.

Es grünt und blüht jeder Baum und Strauch,
Oleander in vielen Farben, sogar die Yuccas blühn auch
traumhaft schön.

Man trifft auf seltsam blühende Agaven,
die einsam und stolz in den Himmel ragen,
um danach zu vergehn.

Ich mag es, wenn gegen abend das Leben erwacht.
Da wird gegessen, getrunken, laut erzählt und gelacht,
und die Zeit bleibt stehn.

Wenn schließlich spät abends der Tag ausklingt
und die Sonne glutrot in den Bergen versinkt,
muß man dies sehn.

Und wenn dann der Himmel in bunten Farben erstrahlt
und die Nacht aus den Palmen schwarze Schattenbilder malt,
kann sich niemand dem Zauber entziehn.

Kein Künstler kann so viel Schönheit gestalten.
Man möchte tausend Bilder in der Seele festhalten,
die ewig bestehn.

Ich denke, ich habe mein Traumland gefunden.
Gracias für viele unvergeßliche Stunden.
Adios! Auf Wiedersehn!

Roda de Bara/Spanien



Morgenspaziergang
Die Nase läuft, der Hals kratzt und der Kopf tut weh.
Nur mal kurz an die frische Luft, dann mit Tabletten ins Bett.

Du gehst die Straße entlang, ungewohnt wenig Verkehr, im übrigen menschenleer.
Übermütig wirbelnde Schneeflocken, von fern läutende Kirchturmglocken.
Es geht ziemlich bergauf. Ab und zu bleibst du stehn, den Schneeschirm aufgespannt.

Du erreichst dein gestecktes Ziel, schaust von oben hinab ins friedvoll verschneite Tal,
fühlst dich schon etwas besser, eigentlich viel zu schade, um jetzt zurückzugehen.
Du überquerst einen schmalen Steg, kämpfst dich durch zum Wanderweg.
Tierspuren im frisch gefallenen Schnee, die Loipe kaum noch zu sehn.

Muntere Vogelstimmen im Zwiegespräch mit dem eilig dahin fließenden Bach,
begleitet von knirschenden Schritten. Rundum hohe Berge, Bäume, Wald,
vor dir ruht der zugefrorene See. Du beobachtest das stete
Bemühen der Sonne, hindurchzuscheinen durch die Schneewolken.

Deine Füße sind warm, Ohren und Wangen kalt. Du gehst
schnellen Schrittes zum Hotel, um Sonnenbrille, Mütze und Schal zu holen.
Südtirol



Kursänderung (Früchte einer Kur)
Von den Pflichten und dem Alltag fern, wie im All auf einem Stern,
ohne Stress und Sorgen, keine Angst vor morgen.

Federleicht, fast schwerelos gleit' ich wie auf einem Floß
ganz sanft durch den Tag, vergessen sind Müh' und Plag'.

Seele einfach baumeln lassen, Vorsätze für die Zukunft fassen,
die Chance, sich zu besinnen, bevor die Jahre zerrinnen.

Stationen ziehn wie Wolken hin, vieles hat man hier im Sinn.
Gedanken kommen und gehen, sie jetzt deuten und verstehen.

Hat man immer gut gewählt? Was im Leben wirklich zählt
ist, ob es lebenswert gewesen und nicht vom Konto abzulesen.

So lenk' ich dann am altvertrauten Ort mein Lebensschiff
unter Kurskorrektur fort, erhoffe dafür eine steife Brise
und, daß ich die Zeit hier bewußt genieße.
Bad Homburg



Ninnananna
Wenn ein schöner Tag zu Ende geht
und 's Sandmännchen seine Runde dreht,
wird es Zeit für dieses Lied von mir.
Hör' zu, mein Schatz, jetzt sing' ich es dir.


Ninnananna, so heißt das Lied zur Nacht,
ninnananna, das alle bambini müde macht.
Das sang mir vor Jahren schon die Omama
und manchmal auch mein liebster Opapa.
Es klingt mir heute noch in meinem Ohr,
denn die Großfamilie sang es oft im Chor.


Ninnananna, nun leg' dich lieb zur Ruh,
ninnananna, und deck' dich auch schön zu.
Hier, nimm die Shari, deine süße bambola,
und Tim, deinen Teddy, das ist doch klar.
Für'n kleinen Prinzen ist auch noch Platz,
für Pinocchio und die weiche Schmusekatz.


Ninnananna, Engel eilen herbei auf Zehenspitzen,
ninnananna, werden dich heut' nacht beschützen.
Eigentlich wollt' ich so gerne mit dir kuscheln,
dir so richtig kräftig durch die Haare wuscheln,
dir damit zeigen, wie wichtig du für mich bist,
doch 's Sandmännchen hat dich bereits geküsst.


Buona notte, schlaf, mein Liebling, gute Nacht.


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