Mittwoch, 1. November 2017

Mein Freund, der Baum, im 'Garten Loismann' in Dörenthe...


Botanischer Garten 'Garten Loismann' in Dörenthe...

DER Botanische Garten, liebe Leserinnen und Leser, den ich Euch heute vorstellen möchte, in dem ich vor einigen Wochen spazieren ging und die hier gezeigten Fotos machte, ist ein privater Garten. Er ist  keinem botanischen Institut einer Universität angeschlossen.

Sein Begründer ist auch kein berühmter Botaniker, sondern der Bauer Bernhard Loismann sen. aus dem kleinen, unmittelbar an dem Dortmund-Ems-Kanal gelegenen Ort Dörenthe bei Ibbenbüren.

Dortmund-Ems-Kanal bei Dörenthe...

Die Entstehung dieses botanischen Gartens - im Ort schlicht unter dem Namen 'Garten Loismann' bekannt - reicht zurück in die Jahre 1894/ 1895 und hatte seinen Anfang mit dem Bau des oben genannten Kanals. Damals wurde der Erdaushub auf dem Land des Bauern Loismann mit einer Grundfläche von circa zwei Hektar zu einem Hügel aufgeschüttet, was zur Folge hatte, dass eine landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr möglich war.

Ein Versuch mit zunächst dort angepflanzten Obstbäumen schlug fehl, weil die Bäume nicht den erhofften Ertrag brachten. Deshalb bepflanzte der Pflanzenliebhaber Bernhard Loismann sen. und später sein Sohn Karl Loismann das  Grundstück mit einheimischen Bäumen und Sträuchern, denen schon bald exotische Raritäten folgten. 

Bernhard Loismann zog Pflanzen aus Samen heran, die er etwa ab 1910 auf dem Hügel auspflanzte, wovon heute noch zum Beispiel der Amerikanische Mammutbaum, der mit seiner kegelförmigen Spitze die anderen Bäume überragt, Zeugnis ablegt.

Mit über zweihundert Baum- und Straucharten beherbergt der Garten Loismann eine sehenswerte Sammlung, die sich hinter so manch einem Botanischen Garten nicht verstecken muss.

Jahrelang bin ich auf dem Weg nach Ibbenbüren durch Dörenthe gefahren, ohne zu ahnen, dass es in diesem kleinen Ort so besondere Pflanzenschätze gibt, was ich im nachhinein schon bedauere. 

Im Eßzimmer sitzend, schnappte ich vom Fernseher im Wohnzimmer die Wortfetzen 'botanischer Garten Dörenthe' auf, schaute im Internet nach und machte mich gleich am folgenden Tag auf den Weg.

Auf dem zum 'Garten Loismann' gehörenden Parkplatz traf ich zu meinem großen Glück, weil ich, was einsame Waldspaziergänge angeht, eher ein ängstlicher Typ bin,  zwei Damen aus Rheine, die der Bericht im WDR ebenfalls neugierig gemacht hatte. Ich war froh, dass ich in diesem großen Garten nicht allein unterwegs war und in Ruhe schauen, staunen, genießen und fotografieren konnte.

Aber nun seht selbst. Die Querformatfotos lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Eingang zum 'Garten Loismann' in Dörenthe...
 
 








Im Garten Loisman wachsen Laub- und Nadelbäume, Gehölze mit besonderen Blattstrukturen, Blütengehölze, Fruchtschmuckgehölze und verschiedene Hänge- und Zwergformen. Für diejenigen, die es interessiert, habe ich in alphabetischer Reihenfolge die nachfolgende Pflanzenliste erstellt, die keinen Anspruch auf  Vollständigkeit erhebt:

Amerikanischer Mammutbaum, Dreidorniger Lederhülsenbaum, Essbare Kastanie (Castanea sativa), Farnblatt-Buche, Götterbaum (Ailanthus altissima), Große Küstentanne, Hänge-Fächerblatt (Ginkgo), Honoki-Magnolie, Kobushi-Magnolie, Lawson Scheinzypresse, Losbaum, Mammutbaum, Mammutblatt, Nusseibe, Riesentanne, Schirm-Magnolie (Magnolia tripetala), Schneeglöckchenbaum (Halesia carolina), Schwarzer Maulbeerbaum, Sicheltanne, Taschentuchbaum, Tulpenbaum, Veitchs Tanne (Abies veitchii), Weihrauchzeder.







 







 

Am Ende des Gartens gibt es Sitzplätze mit Blick auf den Kanal. Das Tüpfelchen auf dem 'i' wäre gewesen, wenn wir der Dame, die den Garten pflegt, eine Nachfahrin von Bernhard Loismann,  hier begegnet wären. Sie hätte uns sicher noch einiges zu dem Garten erzählen können. Wunderschöne Hortensien, Blattschmuck- und blühende Stauden im ganzen Garten tragen die Handschrift einer Frau und lassen den Eindruck entstehen, dass das Gen zur Pflanzenliebe sich über die Generationen hier weitervererbt zu haben scheint. 

Blick auf den Dortmund-Ems-Kanal...







Maiapfel (Podophyllum hexandrum), Staude für Halbschatten, 50 cm hoch...














Das Tor zum Hof Loismann?


Das war noch nicht alles. Es wird noch Teil II vom 'Garten Loismann' geben mit Baumkronen, Baumstämmen, den so unterschiedlichen 'Füßen' der Bäume und Nahaufnahmen der Rinden.


All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen Tag.

Kommentare:

  1. Liebe Edith,
    wow, du verwöhnst uns mit wunderschönen Bildern. Ein wirkliches Bijou hat die Familie über Generationen hier geschaffen! Ich staune, wie die Familie anno 1894 in dieser Situation handelte, zum Glück für uns alle!
    Liebe Grüsse
    Eda

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  2. Liebe Edith,
    nein, dieses wunderschöne, friedliche Kleinod muss sich wirklich nicht verstecken. Ich bin sehr beeindruckt, was Herr Loismann da in Eigeninitiative erschaffen hat und das dieses Erbe von seinen Nachfolgern gehegt und gepflegt wird. Man kann ja gut sehen, wieviel Arbeit (und Liebe!) dahintersteckt. Und ich finde es auch ganz toll, dass es für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Das ist ja keine Selbstverständlichkeit. Ich nehme an du wirst jetzt öfter dort eine Erholungsrunde drehen (und vielleicht triffst du dann auch die tüchtige Nachfarin) und würde dich zu gerne mal dabei begleiten. Zumal ich auch nicht gerne alleine im Wald unterwegs bin (da gab es einige Vorfälle bei uns in letzter Zeit, und immer waren ältere Frauen die Opfer…..).
    Danke, dass du uns diesen Einblick in diesen herrliche Anlage ermöglichst.

    ♥ ♡ ♥ ♡ ♥ ♡ ♥
    Herzlich grüßt
    Uschi

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  3. Es ist schön, dass es noch so wunderschöne und fast geheime Orte gibt.
    Wunderschöne Bäume und zauberhafte Wege sehe ich auf den Bildern.
    Ich mag es, wenn man kaum Menschen trifft und diese Orte genießen kann.
    Leider ist es auch nicht immer ungefährlich. Alleine würde ich dort auch nicht
    gerne unterwegs sein.
    LG Rita

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  4. Liebe Edith,
    lange schon war ich leider nicht mehr persönlich in einem botanischen Garten.
    Dafür hast du mich heute total entschädigt, so viele Bilder und Eindrücke
    vom Botanischer Garten 'Garten Loismann' in Dörenthe, dass ich das Gefühl habe
    selber dort gewesen zu sein.
    Nun freu ich mich, dass ich dir das heute auch schreiben kann:)
    Dankeschön!
    So schöne Bilder und auch mir ist der Baum ein Freund und all das, was deine Bilder
    zeigen!
    Herzliche Grüße schickt dir,
    Monika*

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  5. Es ist einfach bewundernswert, dass Baumliebe so weit gehen kann, dass man ihr seinen ganzen Garten widmet und das über Generationen. Wunderbar. Danke, dass du deine Ohren offen hattest, als der Gartenname im Fernsehen fiel und dich aufgemacht hast. Etwas wehmütig denke ich daran, dass es hier in Prieros auch mal solch ein Kleinod gab, noch nicht so alt und ein Kleinpinetum, aber eines der reichhaltigsten seiner Art, viele der Bäume gezogen aus Samen, auch privat geführt, lange mit Unterstützung der Gemeinde. Aber dem Gartenvater ist es nicht rechtzeitig gelungen loszulassen und potenzielle Nachfolger zu begeistern. Nachfahren gibt es keine. Und nun wird wohl nach und nach daraus etwas anderes werden. Denn auch solche Sammlungen bedürfen der Pflege (und hier vor allem auch mal des eingreifenden Schnitts, wenn sich die Bäume gegenseitig das Licht zu nehmen drohen). Dankeschön für den schönen Gartenspaziergang und das Hervorrufen von Erinnerungen... Liebe Grüße Ghislana

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  6. Liebe Edith, was würden wir nur ohne Deinen Erkundungseifer tun. So viele wunderbare Gärten hätten unsere Augen nicht sehen können. Du machst Dich spontan auf den Weg und erkundest die größten Areale, nicht zuletzt, um sie auch unseren Augen zuführen zu können. Ich danke Dir für den unermüdlichen Einsatz in Sachen Gartenbesichtigung. Was gibt es wohl schöneres zu Vererben, als einen wunderschön angelegten Garten? Die Frau hat eine große Aufgabe geerbt, welche sie meisterhaft bewältigt. Liebe Feiertagsgrüße sendet Marion

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  7. Liebe Edith,
    danke für die wunderschönen Bilder aus dem Botanischen Garten von Herrn Loismann. So viele schöne Bäume und Wege! Da steckt sichtbar viel Arbeit, aber auch Freude dahinter.
    Liebe Grüße,
    Carina

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  8. Oh my, this is such a GREEN paradise, unbelievable & stunning! Mr. Loismann was a true plant & nature lover. Fortunately his work is still there for contemporary people to admire. Here it can be seen that it takes over 100 years to grow this kind of amazing park. Thank you so much for the tour Edith.
    Have a lovely week, warm greetings, riitta

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  9. Liebe Edith, manchmal stolpert man durch Zufall über die besten Ausflugsziele in der Nähe. Ich kann Dich gut verstehen, dass Du dort nicht allein unterwegs sein wolltest. Würde ich auch nicht wollen!

    Einen privaten botanischen Garten gibt es bei uns nicht in der Nähe.

    Vielen Dank für Deine Stimme!

    LG Kathrin

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  10. Liebe Edith,
    der Botanische Garten ist ein wunderbarer Ort, der jedem Besucher wieder das Gefühl der Zufriedenheit und Ruhe gibt. Ich mag Bäume und weiß auch, was es bedeutet ein mit Bäumen bewachsenes Grundstück zu pflegen. Die Dame hätte bestimmt viel über den Botanischen Garten zu erzählen. Edith, Du hast tolle Bilder gemacht.
    Viele liebe Grüße
    Loretta

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  11. wie schön dass du dieses Kleinod entdeckt hast
    ist schon erstaunlich dass ein einfacher Bauer so ein Interesse für Bäume entwickelt hat
    ein wunderschöner Garten
    liebe Grüße
    Rosi

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  12. Dear Edith,
    What a magical place to be. I cannot believe this is the work of one gardener? She must be working day and night. Thanks for sharing this gem. Groetjes,
    Hetty

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