Dienstag, 25. April 2017

Kalt erwischt hat mich das Thema 'Glas' in Lottas bunter Welt.




Habe ich doch gerade erst kürzlich einen Post über ausufernde Sammelleidenschaft geschrieben, so steigt mir bei Lottas Thema GLAS fast die Schamesröte ins Gesicht

















Soweit ich zurückdenken kann, war ich fasziniert von Glas. Glas hat mich von Klein auf an fast andächtig staunen lassen.








In meinen 'Erinnerungen gegen das Vergessen', in denen es um meine ersten 14 Lebensjahre geht, gibt es dazu folgenden Absatz:











'Mein Großvater hatte ein eigenes Zimmer, dessen Fenster sich an der Ostseite des Gebäudes befand. Eines Morgens lief ich zu ihm. Er saß auf der Bettkante. Die Morgensonne schien durch das Fenster direkt auf den hohen Schrank mit den großen Glastüren. Alles im Schrank glitzerte und funkelte. Ich war überwältigt, stand mit großen Augen da und fragte nur: „Opa, was ist das?“








Großvater stand auf, nahm mich auf den Arm, ging mit mir zu dem Schrank und sagte nur: „Das ist Kristall.“ Da waren Gläser, Teller, Schüsseln. Auf mich wirkte das wie ein Riesendiamant. Nie zuvor hatte ich so etwas Schönes gesehen und konnte mich daran nicht sattsehen. Das also ist Kristall, dachte ich, ohne das Wort zu begreifen.'











So kommt es nicht von ungefähr, dass ich schon als junges Mädchen häufig Kundin in Fachgeschäften für Glas & Porzellan war. Ich ließ mir dort die Qualitätsmerkmale von teurem handgeschliffenen Kristallglas und mundgeblasenem Glas und die Qualitätsunterschiede zu Wirtschaftsglas erklären. Ich studierte die Prospekte entsprechender Hersteller und erfuhr auf diese Weise alles Wissenswerte über  die Kunst des Glasblasens. 




Schon bald war ich beim Kauf von Glas in der Lage, Schlieren, Risse und Blasen als Glasfehler zu erkennen. Ich wusste, dass echtes Bleikristall einen Bleioxydgehalt von über 24% haben muß, dass man edles Glas nicht nur an der Brillanz des Glases erkennt, sondern auch am deutlich schwereren Gewicht und an seinem lang andauernden, schwingenden Klang und - last but not least - dass es durch das Schleifen des Kristallglases zu Lichtbrechungen kommt, die das Glas zum Funkeln bringen, was mich als Kind so faszinierte.









Meine Fotos und Collagen zeigen handgeschliffenes Bleikristall verschiedener Firmen und mundgeblasenes Glas von  Holmegaard in Opalweiß und in Klar. Letzteres ist bekannt für seinen Blauschimmer. Bei den Objekten auf den letzten Bildern handelt es sich um sehr aufwändig hergestelltes Glas  von BODA (GALAXY, Design Bertil Vallien), das sich unwahrscheinlich gut anfühlt.

'Glück & Glas, wie leicht bricht das...'

Eines haben sie gemeinsam, achtsam sollte man mit beiden umgehen.

Bei Lotta gab es übrigens schon mal Glasobjekte. Schaut mal  HIER

Verlinkt mit: https://heutemachtderhimmelblau.com/bunt-ist-die-welt-114/

All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen Tag.

Sonntag, 23. April 2017

Sunday-Inspiration...




Wenn das Aprilwetter einem die Lust nimmt, den Sonntagmorgen mit einem Rundgang durch den eigenen Garten zu beginnen, dann bietet es sich an, bei einer Tasse Tee aus den Fotos der letzten Zeit ein paar Collagen zu 'basteln', für mich eine sehr entspannende, fast meditative Tätigkeit.

Wenn Ihr Lust habt, hier folgt das 'quadratisch blumige' Ergebnis:


















































All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen Sonntag.

Dienstag, 18. April 2017

Jäger, Sammler & Gartenverrückte...

Okay, wahrscheinlich handelt es sich bei Ghislanas Impulsbild beim Bilder-Pingpong um ein Regal in einem japanischen Teeladen, den sie während ihres Urlaubs in Japan aufgesucht hat.

Ghislana Impulsbild

Mein erster Gedanke beim Betrachten des Fotos aber war 'Sammelleidenschaft'. Und gleich mein zweiter Gedanke ging in die Richtung 'Mitleid' und 'gut, dass ich das weitgehend hinter mir gelassen habe'.


Erst jetzt beim Lesen fällt mir auf, was der Begriff SammelLEIDENschaft auch beinhaltet. Das löst ein Lächeln bei mir aus. 

Ja, ich weiß, dass Menschen seit ewigen Zeiten Jäger und Sammler sind. Sie jagen Dingen hinterher, um sie zu besitzen. Ursprünglich ging es dabei ums nackte Überleben. In der heutigen Zeit aber haben viele Menschen diese Disziplin zu ihrem Lieblingssport gemacht. Wie ging doch noch die Werbung? Mein Auto, mein Haus, mein Boot. Das imponiert heutzutage niemandem mehr. 



Wer beeindrucken will,  der fährt mit einer Limousine der Mercedes-Benz S-Klasse in Luxusausstattung und mit einem Chauffeur vor, der kreuzt mit seiner Luxus-Yacht und eigenem Kapitän auf den Weltmeeren herum oder der fliegt von einem Event zum nächsten gleich mit dem eigenen Helikopter.

Inzwischen gibt es Millionäre wie Sand am Meer. Das ist keine Besonderheit mehr. Was sind schon 'one million dollar'? Darüber können Multimillionäre nur müde lächeln. Und wenn demnächst Milliardäre zum Mond fliegen werden, dann ist der Preis dafür für sie nicht viel mehr als nur ein 'Taschengeld', das 'Otto-Normal-Verbraucher' selbst in sieben Leben nicht erwirtschaften kann. 



Ich gebe es ja zu. In meinem bescheidenen Rahmen habe ich auch gesammelt. Als junges Mädchen war ich im Lesering, habe Bücher gesammelt. Später begeisterte ich mich für Glas, Porzellan und Skandinavisches Design. Etliche Erinnerungsstücke aus meinen Dänemarkurlauben zeugen davon. Auch wollte ich nie etwas zum Geburtstag oder zu Weihnachten haben. Statt dessen bekam ich ca. alle 5 Jahre - sozusagen als wertbeständige Kapitalanlage - echten Schmuck



Und als die Kinder erwachsen waren, wurde es noch einmal ganz heftig Ich entwickelte eine LEIDENschaft für Künstlerpuppen von Zapf. Als älteste Tochter in einer kinderreichen Familie besaß ich nie eine eigene Puppe. Ich hatte Nachholbedarf. 

Heute denke ich, dass es die unbewußte Sehnsucht nach einem Enkelkind war; denn seitdem mein Enkel da ist, interessieren mich die Puppen nicht mehr. Wer welche sammelt, der darf sich mit mir in Verbindung setzen. Es gibt noch verpackte im Original-Karton. 



Was die sogenannte wertbeständige Kapitalanlage angeht, so hat sie inzwischen - soweit noch nicht verschenkt - nur noch Altgoldwert.

Und dann kommt der Tag, an dem man sich fragt: 'Brauche ich das alles eigentlich? Was macht mich wirklich glücklich?'  

Zu meinem eigenen Erstaunen war ich gar nicht traurig, als ca. 300 Gartenzeitungen, in denen ich immer mal wieder gelesen hatte und die mir unentbehrlich schienen, und rund 200 Bücher, die mit vielen Erinnerungen verbunden waren, im vergangenen Jahr unserer Kellerüberschwemmung durch Unwetter zum Opfer fielen. 

Auch meine Deko im Haus habe ich mittlerweile erheblich reduziert, weil sie als 'Staubfänger' nur unnötige Arbeit verursacht. 


Als ich kürzlich Ghislanas Foto von ihrem Hotelzimmer in Japan sah, dachte ich spontan: 'Ja, so möchte ich wohnen und leben, mich auf das Notwendige beschränken, mich von überflüssigem Ballast trennen, loslassen, was mich unfrei macht, um mehr Zeit für das Wesentliche zu haben'.

Ich denke, dass die wirklich wertvollen Schätze, die wir im Laufe unseres Lebens 'gesammelt' haben, nicht in unserem Haus stehen, sondern die tragen wir als Erinnerung, die uns niemand nehmen kann, in unserem Herzen. Sie verstauben nicht, erleiden keinen Wertverlust, sind ständig - abrufbereit - da. 


Was immer wir unseren Kindern an materiellen Werten auch hinterlassen,  das Wertvollste ist das (hoffe ich jedenfalls), was wir sie gelehrt, was wir ihnen vorgelebt und in ihren Herzen hinterlassen haben.

Und ob Millionär, Multimillionär, Milliardär, Lebenskünstler oder Bettler, jeder muss eines Tages erkennen: das letzte Hemd hat keine Taschen.

  

Wer jetzt wegen der eingestreuten Fotos aus meiner 'Topfgartenwelt' über mich schmunzeln muss, dem sei mit einem Augenzwinkern  nachfolgendes gesagt: 

Wenn es um Pflanzen geht, dann nennt man das nicht Sammelleidenschaft, sondern - wie meine treue Leserin Ilona es kürzlich formulierte - 'gartenverrückt'.



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All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine gute Woche.