Dienstag, 29. November 2016

'Wir sollten uns Gedanken machen...'


Diese Überschrift trägt Ritas Post vom 16. November 2016 in ihrem Blog 


Eigentlich wollte ich am 22. November 2016 nur mal kurz reinschauen, was es dort Neues zu lesen gibt. Außer der Überschrift nichts, dafür der Link zu einem Dokumentarfilm mit dem Titel 'Hoffnung für alle – Ernährung & Gesundheit'. Der Film dauerte rund 1 ¾ Stunden. Er ist aufrüttelnd und bewegend und lässt mich seitdem nicht mehr los.

Vorangestellt wird ein Hippokrates-Zitat

'Eure Nahrung
soll eure Medizin und eure Medizin
soll eure Nahrung sein'.

In dem Film geht es um achtsames Leben. Viele bekannte Persönlichkeiten kommen zu Wort, so
Dr. Caldwell B. Esselstyn, Chirurg und Präventivmediziner/ USA,
Prof. Dr. T. Colin Campbell, Ernährungswissenschaftler und Biochemiker/ USA,
Prof. Dr. Claus Leitzmann, Ernährungswissenschaftler und Biochemiker/ Deutschland,
Dr. Rüdiger Dahlke, Arzt und Psychotherapeut/ Österreich,
Dr. Ernst Walter Henrich, Arzt und Ernährungsexperte/ Schweiz.

Das Anliegen aller ist es, dem Zuschauer klarzumachen, dass unser Lebensstil Krankheiten verursacht, z.B. Herz-/ Kreislaufkrankheiten (Herzinfarkt, Schlaganfall, Arteriosklerose), Diabetes, Krebs.



Ehemalige Patienten erzählen ihre Krankheitsgeschichte und berichten darüber, wie sie ihr Leben wieder in den Griff bekamen und gesund wurden. Da ist zum Beispiel Sharon Kintz, ehemalige Herzpatientin/ USA, die nach ihrem Herzinfarkt keine kardiologischen Medikamente einnahm, sondern sich nach Dr. Esselstyns Ernährungsprogramm auf rein pflanzliche Ernährung umstellte, gesund wurde, so dass ihr die Herz-OP erspart blieb. Dr. Esselstyn hat herausgefunden, dass man Herzkrankheiten durch konsequente rein pflanzliche Ernährung nicht nur verhindern, sondern sogar rückgängig machen kann.

Dr. Campbell vertritt die Meinung, dass man auf Milchprodukte ganz verzichten sollte, weil Kasein insbesondere auch Krebs auslösen kann. Und Prof. Dr. Thomas Wendt, Kardiologe und Rehabilitationsmediziner/ Deutschland, weist darauf hin, dass Krankheiten wie Allergien, Akne, Migräne sowie chronische Erkrankungen durch den Verzehr von zu viel tierischem Eiweiß entstehen.


Arthus Sorteros, ehemaliger Herzpatient mit ständig wiederkehrenden Gefäßverschlüssen, erzählt seine Krankengeschichte, galt als hoffnungsloser Fall und wurde durch vollwertig pflanzliche Ernährung wieder gesund.

Auch Ralf Brosius, der Lungenkrebs im Endstadium hatte, berichtet, dass er durch Umstellung seiner Ernährung vom Krebs geheilt wurde. 

Martin Hofstetter, Agrarwissenschaftler bei Greenpeace, stellt die Behauptung auf, dass der unverhältnismäßig hohe Fleischverzehr und die damit verbundene Massentierhaltung für das Weltklima verantwortlich und klimaschädlich sind. Tropische Regenwälder werden zerstört, um Futter für die Tierhaltung zu erzeugen. Durch das Ausbringen von Kunstdünger entsteht Lachgas, Tiere erzeugen Methangas. Ein Kilogramm Fleisch verursacht sechs Kilogramm Gülle, was wiederum Auswirkungen auf das Trinkwasser hat. Es ist ein Teufelskreis, die derzeitige Fleischproduktion ein Skandal, die auf eine biologische Katastrophe hinzusteuern droht.

Das nächste Kapital des Films wird eingeleitet durch das Albert-Schweitzer-Zitat:

'Das Mitgefühl mit allen Geschöpfen ist es,
was den Menschen erst wirklich zum Menschen macht'. 


 
Und dann folgt schwere Kost, die mich an meine Grenzen brachte. Trotzdem habe ich mir den Film bis zum bitteren Ende angeschaut. Der Zuschauer bekommt Einblicke in die Massentierhaltung, die mit unvorstellbarem Leid für die Tiere verbunden ist, bis hin zur oft qualvollen Tötung in den Schlachthäusern. Es kommen ein ehemaliger Milchbauer, Jan Gerdes aus Deutschland, Harold Brown, ehemaliger Rinder- und Milchbauer/USA, der ehemalige Schlachter Josef Walchshofer aus Österreich, der Veterinärdirektor Dr. Herman Focke/ Deutschland, Prof. Dr. Marc Bekhoff, Tierverhaltensforscher/USA, der Bestsellerautor und Musiker Dr. Will Tuttle/ USA, Dr. Vandana Shiva, Physikerin/ Indien, Benjamin Zephaniah, Schriftsteller, Poet und Musiker/ England zu Wort.

Es ist kaum zu glauben, aber siebzig Prozent dessen, was auf dieser Erde angebaut wird, wird für die Tierhaltung benötigt. Vom Mais entfallen als Nahrung für den Menschen ganze zehn Prozent. Und das alles, weil die Menschen Fleisch konsumieren wie nie zuvor.


Und was mit den Tieren bei der Massentierhaltung gemacht wird, ist in meinen Augen krank: Der Kuh wird meistens schon nach 24 Stunden ihr Kälbchen weggenommen. Die Milch, die ja eigentlich den Kälbern zusteht, wird von Menschen verbraucht. Die Kühe trauern tage- und wochenlang um ihr Kalb, während die Kälber nach ihren Müttern suchen und herzzerreißend schreien. Männliche Kälber werden sofort geschlachtet. Ohne jegliche Betäubung werden z.B. männlichen Tieren die Hoden herausgerissen, Schweinen gleich nach der Geburt die Schwänze abgeschnitten. Antibiotika, das prophylaktisch verabreicht wird, fördert das Wachstum. Hähnchen nehmen deshalb in kurzer Zeit derart zu, dass das Knochenwachstum nicht mitkommt. Das Skelett kann das Körpergewicht nicht tragen, so dass die Tiere nicht mehr stehen und laufen können. Werden die Tiere - meistens schon im 'Kindesalter' - für den Schlachthof auf den LKW getrieben, dann haben sie schon alle Qualen durchlebt, die die moderne Industrie zu bieten hat. 


Aber damit nicht gut. Dieser Schrecken wird in den Schlachthäusern oft noch getoppt. Das Stechen im Schlachthof macht auch bei BIO keinen Unterschied. Und dass es dort sogar Gaskammern gibt, in denen die Tiere nach Aussage von Prof. Dr. Klaus Tröger, Tierarzt/ Deutschland, über viele Sekunden ein qualvolles Erstickungsgefühl haben und deshalb entsetzlich schreien, ist mir ganz neu, erinnert an schreckliche Zeiten. Weil die Metzger oft nicht mit der Arbeit hinterher kommen und in der Eile nicht richtig stechen,  landen  Tiere oft bei vollem Bewusstsein im Brühkessel. Und nicht selten soll es vorkommen, dass dort ein Tier in Panik und Todesangst aus dem Kessel springt, so dass es mit Brechstangen erschlagen werden muss.



'Ich bin Leben,
das leben will inmitten von Leben,
das leben will',

ist ein Zitat von Albert Schweitzer aus dem Film:


'Leben Sie achtsam. Wir alle können etwas tun, müssen uns nur entschließen, unsere Lebensweise zu ändern. Jeder Einzelne kann etwas bewirken. Verändern wir unsere Eßgewohnheiten, dann verändern wir unseren Planeten'. Das ist die Botschaft des Films, Drehbuch und Regie von Nina Messinger. 



Seit ich den Film gesehen habe, ist mir der Appetit auf Fleisch vergangen. Werde ich jetzt Vegetarierin? 'Ein Vegetarier ist jemand, der wenig oder gar keine Nahrung aus tierischen Stoffen und besonders kein Fleisch zu sich nimmt'. 'Vegetarismus beschränkt sich nicht auf die vegetarische Küche. Sie ist auch eine Weltanschauung mit alternativer Lebensweise. Dabei geht es um gesunde Lebensweise und um ethische Ideale'.


Am Abend desselben Tages kam mein Sohn auf einen Sprung bei mir vorbei. Ich erzählte ihm von dem Film. Es war genau das Thema, das ihn und meine Schwiegertochter seit einiger Zeit beschäftigt, sagte er mir. Wir haben nachzudenken, wir alle. Und ich glaube, ich habe jetzt ein Problem. Danke trotzdem, liebe Rita, fürs Wachrütteln.

Und wie sieht es bei Euch aus? Wer kennt den Blog einer/ eines Vegetarierin/ Vegetariers? Ich brauche noch Rezepte.

Ja, ich weiß, ich mute Euch einiges zu. Es ist gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit kein gutes Thema, der falsche Zeitpunkt. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Und wieviel Zeit haben wir eigentlich noch?

Ich wünsche Euch allen einen guten Tag.
Eure etwas ratlose Edith

Samstag, 26. November 2016

Giethoorn zu Fuß erkundet...

Hier geht es nun ohne viel Worte weiter mit meinem Spaziergang durch das zauberhafte ehemalige Torfstecherörtchen Giethoorn, weit über die Grenzen hinaus bekannt als das 'Venedig der Niederlande'.

Die Einwohner Giethoorns leben heute hauptsächlich vom Tourismus. Landwirtschaft gibt es dort nicht mehr.

 
Wer noch Lust hat, den lade ich dazu ein, mich zu begleiten. Die Querformatfotos lassen sich durch Anklicken vergrößern.

 






















Die meisten Fotos habe ich von den Brücken aus, die zu jedem einzelnen Haus führen, gemacht. Man konnte sie bis zur Mitte betreten. Dort war ein Törchen. Ich habe nicht probiert, ob es abgeschlossen war.






Hier wohnt der Bootsbauer des Ortes, der 'punter' baut. Es dauert rund drei Monate, bis solch ein Boot fertig ist. Am Schluss kostet es ca. 15.000 Euro.














Dieses Reetdachhaus hat das typische 'Kameldach'.








Reetdachhaus mit Kameldach...







Vor diesem Baum an der Kirche ging es zurück zum Parkplatz. Die Kirche habe ich leider nicht fotografiert. Sie stand zu nah an der Gracht. Ich bekam sie nicht aufs Bild.

Lust auf mehr Holland? Im vergangenen Jahr war ich in der Provinz Friesland in Sneek und Oppenhuizen unterwegs, anders als Giethhoorn, aber auch sehenswert und sehr schön.


All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein schönes Wochenende.