Mittwoch, 21. September 2016

Geburtstagsgedanken...

Früher kam es öfter vor, dass meine Tochter ihre Studienkollegin Lausy mit nach Hause brachte. Dieser Besuch kündigte sich garantiert immer durch fröhliches Lachen vom parkenden Auto auf der Straße her an. Und ich holte dann schon mal das Waffeleisen aus dem Schrank.




Als wir eines Tages am runden Tisch saßen, kam irgendwie das Gespräch auf die Großeltern. Lausy's Eltern waren berufstätig, so dass sie schon immer ein gutes Verhältnis zu den Großeltern hatte, mit ihnen als Kind und als Heranwachsende jahrelang in Urlaub gefahren war. Die Großfamilie wohnte in dem Haus des Großvaters in einem Kurort in Niedersachsen.





Da erzählte Lausy eines Tages, dass, wenn die Oma das Essen koche, sie die Abfälle einfach durch das Küchenfenster entsorge, gerade so, wie sie anfielen. Das hatte zur Folge, dass der Opa – er war ein pensionierter höherer Beamter und beide waren damals schon über 80 Jahre alt - ständig damit beschäftigt war, die Abfälle unterm Küchenfenster aufzusammeln und wegzubringen, während seine Frau kochte. Er habe sich nie auch nur mit einem einzigen Wort darüber beschwert.





Wir als emanzipierte Frauen fanden das damals lustig und sagten, das sei die Rache einer Nur-Hausfrau, die bis ans Ende ihrer Tage den Haushalt machen muss, während der pensionierte Ehemann seinen Ruhestand genießen konnte, den sie zumindest während der Zeit der Essenszubereitung absichtlich in einen Unruhezustand versetzte.





Ich war damals in Vollzeit berufstätig, hatte genug Stress, konnte mir daran aber leider kein Beispiel nehmen, weil unter meinem Kochnischenfenster ein Blumenbeet ist und das Küchenfenster der Nachbarn sich direkt gegenüber befindet.





Seit ich aber Rentnerin und ein bisschen bequem geworden bin, sammle ich beim Kochen die Küchenabfälle in einer Tüte, die ich dann im hohen Bogen von meiner Terrassentür aus über die Mauer hinweg auf die Kelleraußentreppe werfe. Und jedes Mal muss ich dabei schmunzeln und an Lausy's Oma denken. Allerdings bringe ich die Abfälle, nachdem ich in der Kochnische klar Schiff gemacht habe, dann später selber in den Bio-Komposter. Aber immerhin...





Eigentlich habe ich mittlerweile im Werfen einige Übung und den Bogen raus. Aber wie es so ist: eine Sekunde unaufmerksam sein und schon ist es passiert. Im späten Frühjahr landete die Tüte im Zentrum meiner liebsten Hortensie 'Four Seasons', die ich letztes Jahr von meiner Tochter zum Geburtstag bekam. Die mittleren Triebe waren komplett abgebrochen. Und der Schmerz war groß.







Warum ich Euch das erzähle? Heute ist - schon wieder mal - mein Geburtstag. Und die Fotos stammen von der besagten Hortensie. Die Außentriebe hatten viel Platz und konnten sich gut entwickeln. Auch die Mitte ist inzwischen wieder zugewachsen. Und die Hortensie hat es immerhin noch geschafft, sieben Blütenstiele hervorzubringen. Wenn das kein Grund zur Freude ist, ja, und Astern habe ich schon als Kind zu meinen liebsten Septemberblumen gemacht.
  


Das war meine diesjährige Geburtstagsgeschichte. Ich danke dem lieben Gott, dass ich hier noch so fröhlich am Computer sitzen kann und meine Sinne beisammen habe. Es war nicht unbedingt ein gutes Jahr. Aber es hätte noch schlimmer kommen können.





Die Hortensie blühte im vergangenen Jahr natürlich viel prächtiger. Ich habe sie nicht nur verstümmelt, sondern auch noch den Dünger vergessen. Und mein Vorjahresgeburtstagspost war auch deutlich anspruchsvoller. Wer da noch mal reinschauen möchte, kann dies HIER tun.









All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen Tag.


Kommentare:

  1. Guten Morgen Edith,
    herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und alles Gute. Von Herzen wünsche ich dir Gesundheit und einen wunderschönen Tag, natürlich ohne Küchenabfälle und hoffe, dass du zum Essen eingeladen wirst.

    Ich habe heute morgen schon herzlich gelacht und denke, ich könnte es auch so machen, wohne ich doch oben und unter mir hat der Nachbar eine Mülltonne mit Biomüll. Also wenn ich in der Küche stehe, könnte ich doch auch die Mülltüte zum Fenster herauswerfen. Ich glaube, die Freude des Nachbarn wäre mir sicher.

    Lieben Gruß und lass dich reich beschenken.

    Eva

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  2. Liebe Edith,
    auch ich möchte dir die allerherzlichsten Glückwünsche zu deinem Geburtstag senden. Alles Liebe und Gute und vor allem viel Gesundheit.
    Ein wenig musste ich ja über die "Abfallbeseitigung" schmunzeln. Diese Art und Weise wäre hier eine echte Schau (lach). Die Hortensie könnte mir auch gefallen und Astern zählen für mich mit zu den schönsten Blumen.
    Viele liebe Grüße
    Ursula

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  3. Ich gratuliere dir zum Geburtstag, so hast du in diesem Jahr eine nette Erinnerung an deine Hortensie. Ich mußte herzlich darüber lachen. Auch ich entsorge manchmal Kleinigkeiten über das WC-Fenster Richtung Kompost,meistens sind das nur Pfirsich-Steine oder ähnliches, wegen der Mücken oder Wespen. Ansonsten steht ein Mülleimer mit Deckel auf dem Balkon. Der Kompost ist auch weit entfernt von der Küche.
    Grüße von Ilona

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  4. Liebe Edith,
    schön, deine Geschichte. Ich liebe solche Begebenheiten, an die man sich noch Jahre später erinnert. Auch zum Geburtstag herzlichen Glückwunsch, bleib gesund und schreibe weiter für uns.
    Liebe Grüße
    Agnes

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  5. Liebe Edith, dann wünsche ich Dir alles Gute zum Geburtstag und viele weitere schöne Erlebnisse, ob mit Blumen oder ohne :-)
    Das die Reste zum Fenster hinausfliegen, kenne ich von der Oma auch noch. Draußen im Hof pickten schließlich die Hühner...

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  6. Happy birthday to youuuu, happy birthday to youuuu, happy birthday liebe Eeeeeedith, happy birthday to you! *laut und etwas schief sing*
    Alles, alles Liebe zu deinem Geburtstag. Ich hoffe, du hast einen gaaaaanz schönen Tag und ein wundervolles neues Lebensjahr. Auf das du in zwölf Monaten schreiben kannst: Das war ein tolles Jahr! *zwinker*

    Eine lustige Geschichte, die du heute für uns mitgebracht hast.
    Und dafür, dass die Hortensie so misshandelt worden ist, sieht sie aber wieder gut aus. Kein Vergleich zu den Blütenfülle vom letzten Jahr, aber Grün ist ja auch eine schöne Farbe *lach*.

    ♥∗✿≫✿≪✿∗♥
    Herzlich grüßt
    Uschi

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  7. Liebe Edith, als erstes gratuliere ich Dir sehr herzlich zum Geburtstag und wünsche Dir alles Liebe und Gute für das neue Lebensjahr, bleib vor allem gesund!!!
    Ach, das ist ja putzig, so etwas habe ich noch nie gehört. ;-) Ich mußte doch sehr schmunzeln. :-) Ein sehr gutmütiger Mann, der das mitgemacht hat. Für manchen wäre das wohl ein Scheidungsgrund. ;-) ;-)
    Aber ich kenne Leute, die sogar alle Abfälle "überBord" (Balkon!) werfen und die Nachbarn unten kriegen es ab. Ganz grauslig!
    Wir sammeln die Kleinigkeiten in einem kleinen Plstikgefäß an der Spüle, das mehrmals täglich in die grüne Tonne oder den kleinen grünen Eimer vor der Haustür ausgeleert wird. Je nachdem, ob die Tonne sich gerade hinten im Garten oder vorn vor der Haustür befindet. Das wechselt bei uns je nach Anfall im Garten ... Wenn mehr anfällt, z.B. beim Gemüseputzen fürs Mittagessen, sammele ich das in einer Schüssel, die ich auch sogleich vor der Haustür in Tonne oder Eimer leere.
    Da wir ja keine Kompostwirtschaft betreiben. In den Garten werfen könnten wir da nichts. Das wäre bei uns doppelte und dreifache Arbeit. Und bei uns gehen sie eh immer in die Grüne Tonne, denn 4 Kubikmeter Kompost im Jahr will mein Mann sich nicht zumuten, zu bearbeiten, das wären mehrere Silos, mit Umschichterei & Co., denn so hoch ist unser Anfall. Eines Tages, wenn alles hoch und breit gewachsen ist und viel mehr Strauchschnitt anfällt, wird ein Container dafür angefordert werden müssen. Einiges werden wir aber sicher häckseln für eigenes Rindenmulch. - Der Platz für die Silos wäre auch nich gegeben. Naja, von der Geruchsbelästigung ganz abgesehen, da hier alle ziemlich eng wohnen. Das hat keiner so gern in engeren Siedlungen, besonders die, die mit ihren Fenstern unmittelbar darüber wohnen, denen sind schon unsere Unkräuter ein Dorn im Au ge. ;-) die da hinten manchmal hinauswuchern, da muß ich regelmäßig auch am Boden beschneiden, damit der kleine Gartenweg hinterm Zaun manierlich aussieht. ;-)

    Um Deine Hortensie war es ja sehr schade! Aber zum Glück erholen sich diese Gewächse wieder. Geschichten gibts - wie das Leben sie schreibt. :-)

    Was die Brombeere betrifft, fand ich gerade noch ein Dokument, in dem die unzähligen Arten beschrieben wurden. Das wußte ich so auch noch nicht. Habe es dort noch verlinkt.

    Oh, ich wollte gerade schreiben, mach Dir einen schönen Tag, doch nun sehe ich, daß Dein Geburtstag schon gestern war. Wie dumm. Dann nachträglich noch alles Liebe und Gute und ich hoffe, Du hast Deinen Geburtstag im Kreise Deiner Familie verbringen können.

    Alles Liebe wünsch' ich Dir
    Sara

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  8. Hallo Edith,
    auch ich gratuliere Dir ganz herzlich zum Geburtstag. Du bist (genauso wie ich) ein Septemberkind.
    Deine Hortensien sind so schön, da macht eine kleine Bläsur nichts aus. Wie man sieht, hat sich die Pflanze wieder erholt.
    Liebe Grüße von Ingrid

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  9. Nachträglich, liebe Edith, herzliche Glückwünsche zu deinem Geburtstag... Ja, so fröhlich am Computer sitzen und alle Sinne beieinander haben, das ist schon toll. Möge es uns noch lange, lange, lange so gehen ;-) Die Hortensie ist wunderschön, und man sieht ihr den Schrecken deiner Weitwurfübungen nicht mehr an. Danke für diese heiter stimmende Geburtstagsgeschichte. Lieben Gruß Ghislana

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  10. Ach, gehörst du auch zum Club der am 21.September geborenen. Herzlichen Glückwunsch nachträglich. Die Geschichte finde ich sehr schön. Theoretisch könnte ich direkt in die Biotonne entsorgen, wäre da nicht die Wand dazwischen. :)

    Viele Grüße
    Margrit

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  11. Liebe Edith, einen schönen Post hast du geschrieben. Meine besten Wünsche zum Geburtstag nachträglich - ich kenne da noch jemanden, der zur selben Zeit Geburtstag hat ;-). Aber pssssst....

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