Montag, 6. Juni 2016

Lost garden...

Syringa vulgaris war unerwünscht. Die Gartenbesitzer hatten keine Freude an ihm. Die Blüte war ihnen zu kurz und überhaupt: die Blätter im Herbst und das kahle Gestrüpp im Winter. Also wurde er radikal bis zum Boden zurückgeschnitten. Das war natürlich ein Schock für diesen schönen blassvioletten Flieder, hatte er doch viele Jahre sein Bestes gegeben, um die Menschen im Mai mit seinen wunderschönen Blütendolden und seinem Duft zu erfreuen. Aber so einfach läßt sich ein Flieder nicht entsorgen. Nachdem er den ersten Schock verkraftet hatte, trieb er wieder aus und blühte auch schon bald wieder in der Maienzeit, was die Gartenbesitzer zwar irritierte, aber zur Folge hatte, dass sie ihn fortan in Ruhe ließen.




Und der Flieder befindet sich in guter Gesellschaft; denn zur gleichen Zeit blüht direkt nebenan diese wunderschöne Clematis montana, die sich tapfer vor derselben Wand in luftige Höhen emporschwingt.





 

Wie man sieht, gedeihen die beiden auch ohne besondere Pflege und Aufmerksamkeit prächtig. Und es macht ihnen auch fast gar nichts aus, dass die Gartenbesitzer oft und auch während ihrer Blütezeit auf Reisen sind und sie sich bei  Hitze und Trockenheit, Regen, Wind und Unwettervorhersagen  selbst überlassen sind.

Wer so genügsam und bescheiden ist und trotzdem immer noch sein Bestes gibt, hat es verdient, zu Sigruns LOST PLACES auf die Reise zu gehen, dachte ich mir so...


All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine gute Zeit.

Kommentare:

  1. Wunderbar geschrieben, liebe Edith. Ach das ist so traurig, dass viele zwar einen Garten haben wollen, aber dann doch nichts über die Natur und über die Pflanzen wissen. Hier ist es ähnlich in der Nachbarschaft...was nicht gefällt wird entweder total entfernt, wenn es sich noch lässt...oder bodentief gekürzt. Aber Flieder ist da robust...auch hier treibt er danach um so mehr und schöner noch aus, als vorher. Clematis Montana liebe ich auch sehr...nicht vieles blüht ja wirklich lange, aber dafür jedes zu seiner Zeit wunderschön.
    Danke für die Verlinkung und ich wünsche dir eine schöne Woche,
    LG Sigrun

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  2. Hallo Edith,

    wie kann man nur Flieder nicht mögen? :O Wunderschöne Fotos - auch die Waldrebe mag ich sehr. Die gleiche hat mein Vater, sie duftet so gut nach Vanille.

    Liebe Grüße,
    Veronikia

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  3. Liebe Edith,
    ich glaube, Flieder ist beinahe unkaputtbar (falls es dieses Wort geben sollte). Der ist wirklich dankbar und die Waldrebe veredelt doch diese Wand. Ich habe Nachbarn, die beschneiden ihren Flieder im Herbst und wundern sich, dass er nicht blüht...
    Viele liebe Grüße
    Ursula

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  4. Hallo Edith,
    siehste, man muß sich nur wehren, wie man am Flieder sieht.
    Ich habe deinem Wunsche entsprochen und mein Shelfie geändert.

    Wo du recht hast, hast du recht. Nur als ich die Bilder gemacht habe, war die Blüte halt noch nicht offen, das änderte sich aber im Laufe des Tages und jetzt fällt sie schon ab.

    Lieben Gruß Eva

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  5. Hallo Edith,
    toll auch dieses alte Werkstatt-Fenster, in dem die Scheiben noch eingekittet wurden, wo sieht man das heutzutage noch? Zusammen mit der blühenden Clematis, ergibt das ein sehr schönes und romantisches Bild.
    LG Heidi

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    1. Das, liebe Heidi, hast Du richtig erkannt. Ursprünglich - bis der Betrieb ins Industriegebiet umgesiedelt wurde, war es eine Autowerkstatt. Durch hohe Mauern von zwei Seiten, einem Sichtschutz an der dritten Seite und einem Gebäude an der vierten Seite herrscht in diesem Garten mediterranes Klima, wo sogar Feigen reifen. Es könnte ein Paradiesgarten sein, könnte...
      LG Edith

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  6. Beide Pflanzen geben diesem Fenster das gewisse Etwas. Die Montana ist ja ein Traum.

    Viele Grüße
    Margrit

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  7. Hallo Edith,
    Flieder und Clematis sind echte Überlebenskünstler. Es wirkt sehr malerisch, wie sich die Clematis an der Hausfassade ausbreitet. Die Natur kann's halt.
    Liebe Grüße von Ingrid

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  8. @ Hallo Edith,
    ich bin nicht erst neuerdings in der Bloggerwelt unterwegs, sondern schon seit 2007,
    also schon eine ganze Weile. Meinen ersten Blog musste ich leider umbenennen, ein technisches Problem, er hiess "Wanderungen durch die Natur" nun heisse ich:www.naturwanderin.blogspot.com, ich hoffe, es hilft dir weiter?
    Lieber Gruß
    von Edith, die Müller heisst.

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  9. Oh, liebe Edith, wenn ich diese Cl. montana so sehe und von ihrem "Sichselbstüberlassensein" lese, werde ich vielleicht noch mal schwach und versuche es... Meine Nachbarn haben an ihrer Zuwegung weißen Flieder regelmäßig bis zum Stumpf abgemäht, so dass er zu den nächsten Nachbarn gezogen ist, die ihn lassen... Irgendwann habe ich mir mal so ein runtergeschnittenes Strünklein ausgebuddelt und in einen großen Topf gepflanzt wieder aufgepäppelt, dieses Jahr in die beim Baumfällen entstandene Wunde am Zaun gepflanzt. Vielleicht erfreut er mich im nächsten Jahr auch mit Blüten, was mich sehr freuen würde... Und ja, Blume des Monats hat die Akelei unbedingt verdient, wie ich sie mag, die liebe zarte genügsame Vagabundin... Lieben Gruß Ghislana

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