Sonntag, 24. April 2016

Shabby Style in the garden...?

Mit PATINA bezeichnet man eigentlich die grünliche Schutzschicht auf Kupfer. 



  



Wenn Terracottagefäße, Terracottafiguren u.a. einen grünlichen Belag ansetzen, sprechen wir ebenfalls von Patina. Ich schwanke hin und her. Soll ich den Belag von Figuren und Kübeln entfernen? 








Sonst habe ich immer alle betroffenen Teile in einem mit Regenwasser gefüllten Maurerkübel für zwei Wochen auf Tauchstation geschickt, um sie anschließend mit der Wurzelbürste zu bearbeiten, damit sie im Frühjahr an ihrem Platz im Garten wieder in neuem Glanz erstrahlen.






Inzwischen merke ich immer mehr, wie sehr mein Garten (mit mir) 'in die Jahre' gekommen ist, wie Holz und Anstriche verwittern, die Böden von Eichenkübeln (!) sich auflösen, Palisaden über dem Boden abfaulen und Sträucher die weiße Hauswand an einigen Stellen grün anmalen





 
 

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass es in meinem Garten an vielen Stellen 'bröckelt'. Die junge Generation nennt das heutzutage 'Garten mit morbidem Charme', 'Shabby chic', 'Shabby Style in the garden'. Ich weiß nicht...




Andererseits könnten auf NEU getrimmte Deko-Teile in meinem Garten vielleicht wie Fremdkörper wirken...?





Es soll Menschen geben, die der Meinung sind, 
dass ein Garten mit dem Alter immer schöner wird, 
dass ihm Patina oder auch Rost Charakter verleihen,
dass verwitterte Dekoration in einem Garten 
geheimnisvoll-nostalgisch wirkt und Geschichten erzählt.
Na ja, letzterem kann ich sogar zustimmen. 
Ich denke dabei an meinen POST 'Der Junge von Bad Pyrmont'.

Kurzum, ich kann mich nicht entscheiden. 



 




Mich würde interessieren, wie Ihr zu Patina einerseits und zu verwitterten, moosüberzogenen, 'in die Jahre' gekommenen  Teilen andererseits in Eurem Garten steht. Entsorgen oder behalten?





Dieser Post lag schon seit ein paar Wochen auf Entwurf. Es kam immer etwas anderes dazwischen, so dass ich jetzt sogar die Fotos austauschen und durch aktuelle ersetzen mußte. Die Blumenbilder stammen aus meiner 'Topfgartenwelt'. Ich habe sie am Samstag nach einem Regenschauer gemacht.

All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen Sonntag.

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Der Junge von Bad Pyrmont

http://3.bp.blogspot.com/-sgomauVTp7A/Vo_p52OM_bI/AAAAAAAAIlU/7nICJ4X2Ftc/s1600/0c4.JPG

Kommentare:

  1. Guten Morgen Edith,
    ich schrubbe keine Pflanzkübel. Wenn sie Patina ansetzen, dann soll es eben so sein. Aber bei mir im Garten ist sowieso nicht alles piccobello aufgeräumt.
    Der grüne Belag auf den Bodenplatten dagegen stört mich sehr. Das wird bei Nässe auch rutschig. Hier möchte ich am liebsten mal gründlich reinigen lassen.
    Schön sind Deine Blumenbilder!
    Liebe Grüße von Ingrid

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  2. Hallo Edith,
    was hast du denn nur für schöne Blumen im Garten wunderschön.
    Nein, ich muß gottseidank keine Blumentöpfe schrubben usw. bei mir auf dem Balkon ist alles schön überdacht und der Balkontrog überhin 4 m lange und 10 cm breit, wartet drauf beplanzt zu werden. Aber vor dem 15.5. gibt es nix.

    Lieben Gruß Eva

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  3. Liebe Edith,
    das ist sicher alles Geschmackssache und ich finde es schwer, das so kategorisch zu beantworten, weil es für mich auf das entsprechende Stück ankommt. Terrakotta mit grünem Belag mag ich zum Beispiel nicht, irgendwie wirkt das für mich nicht wie Patina. Auf Steinfiguren oder Säulen finde ich es wiederum schon, besonders bei Sandstein mag ich es gern. Ich finde, "shabby" wird mittlerweile sehr weitläufig benutzt und manche Sachen finde ich nicht mehr "shabby" sondern nur noch "schrottig". Aber das ist eben auch Geschmackssache :-)
    Liebe Grüße
    Katharina

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  4. Wie Katharina sagt, es ist Geschmackssache. Deine Pulsatillen sind sehr schön, ich mag sie gern. Draußen hängt der Himmel voller grau, es wird doch nicht schon wieder? Vorhin hat es geschneefieselt.

    Sigrun

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  5. Ich finde Verwittertes sehr schön. Je nachdem, wie man Gegenstände nutzen will und wie lange sie halten sollen, *muss* man sie natürlich säubern und pflegen, aber vom Aussehen her finde ich ein bisschen verwaschen, fleckig und angegraut meistens hübscher.

    Außer bei Kunststoffen, die sehen nur neu und sauber eineigermaßen erträglich aus. ;-)

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  6. Liebe Edith,
    ich mag den morbiden Charme eines eingewachsenen Gartens und für mich gehört eine natürliche Patina auf den Dekoteilen einfach dazu, denn das ist halt Natur...verwittert und moosbewachsen...wobei, wenn zuviel Grünspan auf den Holzbänken angesetzt hat, kann auch mal in einem Jahr der Kärcher zum Einsatz kommen. Geleckte, seelenlose Gärten sind mir ein Graus und daher dürfen alle geliebten Teile so lange bleiben bis sie "zusammenbrechen" ;-) und das wird wohl demnächst meine Holzleiter sein.
    Wunderschöne Blumenbilder und erst die Küchenschelle, die will bei mir einfach nicht...zu schade.
    LG und einen angenehmen Sonntag, Marita

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  7. Liebe Edith,
    die Mischung macht's! Noch immer denke ich gern an die Zeiten unserer frisch gepflasterten Betonfläche zurück, an der der Metallteich ganz sauber und mit glasklarem Wasser blitzte, der Glastisch mit den Alustühlen im Hochsommer elegante Frische vermittelte, und die beiden Metall-Liegen wie Fremdkörper in einem grün-weißen wild überschäumenden Garten erschienen …
    Heutzutage sind die Liegen matt, blättern ab und sind eher Pflanzstützen als Gartenmöbel bzw. dienen unserer Maus als Gartenleiter für einen besseren Überblick. Und das hat genauso seine Zeit und Berechtigung wie damals, als wir noch auf dicken mintfarbenen Auflagen im Schatten unserer noch kleinen Scheinakazie auf der akuraten Betonfläche lagen. Ich nenne das in Würde altern. Nie käme ich auf die Idee unsere Betonplatten mit dem Kärcher vom Moos zu befreien. Wenn es erforderlich wäre, würde ich für unseren Glastisch & die Liegen nun einen recht dumpfen Metallton als Anstrich wählen, hoffe aber das Wasser und Schwamm noch lange reichen. Und auch bei unserem extrem morschen Steg schlagen 2 Herzen in meiner Brust. Denn das neue Holz müsste ich wieder mehrfach lasieren, und bis da wieder die zum Garten passende Patina entsteht, vergeht einige Zeit. Andererseits sah im Frühjahr 2001 dieser glänzende Fremdkörper, der da so schnurgerade nach hinten führte auch toll aus. Ich werde den Steg also nicht extra auf alt trimmen, sondern er darf im gewachsenen Umfeld dann einfach wieder altern. Und ich werde seine kommenden Lasuren dann seinem gealterten Holz wieder anpassen.

    Bei Töpfen und Deko sehe ich es ähnlich. Schön, wenn es sich von Anfang an einfügt. Aber wenn ein Detail zunächst auf sich aufmerksam macht, ist es auch ok. Oder es kommt halt auf den Gegenstand an. Denn unseren Glas-Vogel 'Herrn Gonzo' würde ich zum Winter sicherlich wieder reinigen bevor ich ihn einkellere. Aber der passt zur Zeit auch gar nicht in unseren Garten. Doch ich bin auch nicht der Typ, der deswegen nur Shabby kauft oder gar absichtlich alles altert. Und ganz bestimmt landen alte verrottete Teile bei mir nicht gleich auf dem Müll. Ich habe noch eine große alte Metall-Laterne im Hochwald versteckt, deren Bodenplatte nach vielen Jahren am Teich abgerostet war. Die wartet noch irgendwann einmal darauf ein Klettergerüst zu werden - was aber nun auch nicht heißen soll, dass jeder Gegenstand im Garten unbedingt eine Nachnutzung erfahren muss …

    Allerdings bei den Aurikeltöpfen finde ich den Moosbesatz oder Grünspan fast ein Must-have. Da bin ich jedes Mal wieder irritiert, wenn meine Mutter die leeren Töpfe bis zum nächsten Einsatz wieder saubergeschruppt in den Keller stellt. Doch die sind dann ja glücklicherweise nie so sauber & rein, dass es ewige Zeiten dauert bis sie wieder natürlicher aussehen ..
    LG Silke

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    1. Danke, liebe Silke, ich sehe schon, dass man meine Frage weder mit einem klaren JA noch mit einem eindeutigen NEIN beantworten kann. 'In Würde altern' gefällt, und das nicht nur für meinen Garten. Andererseits steckt in mir auch etwas von Deiner Frau Mama. Das ist die Erziehung von früher. Alles kommt nur sauber in den Schrank. Manchmal, wenn man es lange genug hinauszögert, lösen sich Probleme von allein. Wenn der Garten erst mal richtig loslegt, lenken die Blüten von vielem und vielleicht auch von zu viel Patina ab.
      Danke für Deinen Kommentar. Liebe Grüße
      Edith

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    2. Liebe Edith,
      nun muss ich aber doch noch etwas klarstellen ;-) Selbstverständlich kommen auch bei mir keine bemoosten oder dreckigen Pötte in die Kellerregale.
      Und meine Mutter verfügt nun schon seit fast 10 Jahren über eine autofreie Garage, in der sich nur noch Gartenutensiien versammeln. Da hätten die grünen Aurikeltöpfchen prima warten können. Denn gleich nach der Blüte werde ich die wuchernden Violetten wieder teilen und in die alten kürzeren Töpfe zurücktopfen. Denn auf der bemoosten Steinplattenmauer sehen die 5 fast antiken breiteren Töpfe viel schöner aus. Und gerade mit kälteempfindlichen Arthrosehänden kann ich so eine Putzwut dann wirklich nicht verstehen …
      LG Silke

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    3. Liebe Silke, habe ich etwas Falsches gesagt? Hätte ich den Satz mit dem Schrank weglassen sollen? Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich nachfühlen kann, warum Deine Mutter so handelt, weil ich mich darin selbst erkenne. Seit langem schon beneide ich die jungen Frauen, die zu Recht vieles lockerer sehen und sich keinen unnötigen Stress machen. Und ich liebe diese hohen bemoosten Aurikel-Tontöpfe auch. Liebe Grüße
      Edith

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    4. Gute Morgen liebe Edith,
      nein, etwas Falsches hast Du nicht gesagt ;-) Und ich habe schon verstanden was Du meinst. Denn da ich mich seit einiger Zeit auch als 50+ bezeichnen kann, kenne ich diese Erziehung nur zu gut. Und ich habe Anfang der 80er so manchen Kampf gefochten, um gelassener gärtnern zu können, zu mulchen statt zu hacken, und abzuwarten was sich aus Sämlingen entwickelt anstatt alles Fremde immer gleich als Unkraut zu bezeichnen und rauszurupfen. Aufgewachsen bin ich in einem Siedlungsgarten, in dem meine Großmutter vor dem ersten Frost alle Rosen runterschnitt, die letzten Blüten in die Vase kamen, die letzten Blätter sogar vom Baum gezupft wurden, damit die mit Torf bestreuten Beete dann im Winter ganz ordentlich aussahen. Nur dann hätte man mich lieber nicht in den Wald schicken sollen. Denn Moos und Totholz fand ich neben all den Frühlingsblümchen auch schon immer sehr reizvoll. Und meine Mutter auch. Nur traute sie sich früher nicht das im Garten ihrer Mutter unterzubringen ;-) Heutzutage freut sie sich über ihre Lerchenspornfläche unter der Birke und den gelben Teppich aus Buschwindröschen, der schon über die Nachbarsgrenzen gewandert ist. Und zum Glück hat sie an 2 Seiten jetzt Nachbarn, die sich über die wanderfreudigen Pflanzen ebenso freuen. Einstellung hat also nicht unbedingt etwas mit alter zu tun ...
      LG Silke

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    5. Danke, liebe Silke, für Dein Zurückkommen. Ich finde es wunderbar, dass Ihr beide - Deine Mutter und Du - Euch jeweils einen Garten nach eigenen Vorstellungen schaffen könnt. Ich habe auch zuerst so weitergemacht, wie ich es von meinem Vater kannte, bis ich eines Tages wußte, wie mein 'Garten für die Seele' aussehen sollte. Und immer noch schaue ich, wenn alles toll blüht, nach oben mit dem Gedanken 'Na, Papa, das hättest Du nicht von mir gedacht oder?' Und ich selber hätte am wenigsten daran gedacht, dass ich heute genauso meditierend wie mein Vater durch den Garten gehe, jede einzelne Pflanze kenne. LG Edith

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    6. Oh, liebe Edith, so könnten wir hier wohl ewig weiterschreiben ;-)
      Denn, was Du da erwähnst wirft mich gedanklich auch gleich wieder in meine Kinderzeit zurück. Denn das hier, wo wir wohnen, ist eigentlich auch die Fortführung von Kindheitserinnerungen. Denn meine Patentante und ihr Mann hatten in den 60ern einen Teil von einem wild-romantischen Gutshof in der Nähe von Hildesheim gepachtet, wo es alte Fischteiche unter riesigen alten Bäumen gab, dazu eine Kuhwiese mit Obstbäumen & Dichternarzissen, die beiden hatten im Laufe der Zeit dort noch neue Fischteiche angelegt, ein Gewächshaus aufgestellt und einen Bachlauf zu einem der Teiche installiert, so dass ich nicht nur wegen all' der Katzen dort immer wieder gern zu Besuch war. Anfang der 70er waren dann die Eltern von meinem 'Onkel' verstorben, so dass sie sich dieses Haus in der Siedlung sanierten und den 'Wald', der den Ziergarten vom Nutzgarten trennte mit allerlei besonderen Gehölzen bepflanzten. Und auch das, was wir hier 1995 dann teilweise an speziellen Pflanzenbüchern fanden, bzw. an Chrysanthemen-Varianten etc. im Garten standen, lässt darauf schließen, dass beide wohl auch mehr Pflanzensammler waren, als ich es bis dahin wahrgenommen hatte. Sicherlich war ihr Gartenanspruch damals ein ganz anderer, als es hier nun heute ausschaut. Denn damals war unser nördlicher Nachbar der unordentliche Öko, von dem Wildkräuter in die sauberen Gemüsebeete flogen … Heutzutage bilden die beiden Grundstücke mit der fast grünen Grenze so eine Art Waldgrundstück. Aus der Erinnerung bin ich der Meinung, dass meine Patentante und ihr Mann, als sie in dieser nicht ganz perfekten Welt auf dem Gutshof ihre Wochenenden verbrachten, dort ziemlich glücklich und zufrieden waren. Und auch wenn mich so einiges an unserem 'Ferienhaus mit U-Bahnanschluss' nervt - weil fürchterlich unperfekt, so bietet es doch auch viel Freiraum, den man normalerweise nur einem Ferienhaus irgendwo im Wald zugesteht. Und so frage ich mich auch noch ab und an, was die Beiden davon halten würden, wie wir jetzt hier zusammen mit unseren nördlichen Nachbarn in einem 'klein Heyersum' mitten in der Stadt leben …
      LG Silke

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  8. Manche behandeln ihre Terracotta mit Joghurt, damit sie Patina bekommen. Bei mir ist alles von alleine gekommen im Laufe der Jahre und darf inzwischen bleiben. Früher habe ich auch noch alles abgeschrubbt. Nur beim Moos auf Wegen und teilweise sogar auf den Kantsteinen gehe ich ab und an vor, besonders diese Jahr, denn ansonsten wäre alles darunter verschwunden. Mir gefällt Patina und vielleicht kommt das ja auch erst mit dem Alter, wenn man selber schon Patina angesetzt hat, grins....
    GlG Christina

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  9. Jetzt, liebe Christina, hast Du mich erwischt und mich zum Schmunzeln gebracht.
    Daran wird es liegen, dass man selber so langsam Patina ansetzt. Warum zweifele ich jetzt? Früher wußte ich immer, was ich zu tun habe. Also werde ich das mal im Auge behalten und darauf achten, dass mein Garten nicht jünger aussieht als ich.
    Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße
    Edith

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  10. Liebe Edith,

    ich mag es, wenn der Grünspan kommt, der passt so schön zu meiner Faulheit :-)

    Aber nennen würde ich es natürlich auch, dass ich den Anblick der Patina liebe, während ich so schön chille. Es ist alles eine Frage der Einstellung und der Haltung.

    Den Pflanzen schadet es jedenfalls nicht, wenn die Poren der Gefäße nicht porentief rein sind.

    Sehr schön übrigens, deine Kühchenschellen(fotos)!!!

    Beste Grüße
    Xenia

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  11. Liebe Edith,
    Patina an Töpfen und Gefässen gehört zum Garten. Auch die Figuren dürfen Patina ansetzen. Daran sieht man, wie lange sie schon im Garten zuhause sind. Es muss nicht alles "geschrubt" werden. Der Junge aus Bad Pyrmont gefällt mir trotz seines Alters.
    L.G. Agnes

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  12. Früher habe ich die Teile auch geschrubbt und festgestellt, dass sie nie ganz sauber wurden. Da hab ich es sehr schnell gelassen und finde es mit Belag meistens auch schöner. Aber es kommt auch auf den Gegenstand an.
    Deine Pulsatillen finde ich sehr schön. Bei mir wollten sie nie wachsen.

    Viele Grüße
    Margrit

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