Sonntag, 10. April 2016

Nach getaner Arbeit...




Genug getan für heute. Ich lasse mich in den Liegestuhl fallen. Ja, es gibt noch so vieles zu tun. Aber, nachdem ich im Garten gefallen bin, habe ich versprochen, mir meine Kräfte besser einzuteilen, früh genug aufzuhören, lieber jeden Tag etwas und nicht alles auf einmal machen zu wollen. Gefallen bin ich früher auch schon. Aber mit zunehmendem Alter bekommt ein Sturz mehr Aufmerksamkeit in der Familie. 


 
  
Der Morgen fing mit ziemlich trübem Wetter an. Aber nun ist auf einmal die Sonne da. Vom Liegestuhl aus schaue ich auf den Bereich rund um den Pavillon. Und da fliegt er auch schon, der gelbe Schmetterling, der sich seit Tagen in meinem Garten rumtreibt. Er lässt sich auf einer pinken Hyazinthe nieder. Gelb auf Pink? Na, er wird schon wissen, was er macht. Und dann entdecke ich einen zweiten gelben Schmetterling. Das Gelb hat eine starke Leuchtkraft, so dass man dem quirligen Flug gut folgen kann.
 



Als ich gerade die Augen ein wenig schließen will, vernehme ich ein kräftiges Gesumme. Boah, das ist eine dicke Hummel! Sie besucht die dunkelrote Lenzrose, fliegt von Blüte zu Blüte. Und dann höre ich ein feines, angenehmes Summen. Ich entdecke das Insekt (mit teilweise gelbem Kopf und drei gelben Querstreifen am Körper) auf dem zierlichen Blausternchen. Ist das eine Wespe oder eine Biene oder sogar eine Florfliege? Ich will mich nicht festlegen, vergesse es sowieso immer wieder, wie sie zu unterscheiden sind. Bei Blumen würde mir das nicht passieren. 

 
  
Das fühlt sich jetzt aber schon richtig nach Frühling an. Da kann ich nicht einfach die Augen schließen. Mein Blick geht von Blüte zu Blüte, schweift über den Garten. Ja, so mag ich es. Ich nehme meine Digitalkamera, mache ein paar Fotos von den Narzissen, bevor sie verblühen, gebe den Töpfen mit den Hyazinthen einen besseren Platz, fotografiere auch die Buschwindröschen und die Sternmagnolie, die mich plötzlich mit weit geöffneten Blüten 'anlachen'.
 


Irgendwann schau ich auf die Uhr und beschließe: das Mittagessen fällt heute aus. Wenn ich im Garten bin, habe ich weder Hunger noch Durst noch sonst was. Mir geht es einfach nur gut. Ich bin ganz bei mir selbst, mir selber genug. Aber wenn ich nicht innerhalb der nächsten paar Minuten duschen gehe, habe ich gar keine Lust mehr dazu. Also raffe ich mich auf.




  
  
Auf dem Weg in den Keller kommt mir der Gedanke, dass, wenn alle Gartenbesitzer so ticken würden wie ich, man das für die Zukunft so relevante Problem der Überbevölkerung mit damit verbundener Nahrungsknappheit schon teilweise damit lösen könnte, indem man jeder Familie ein Stück Land gäbe, wo sich ein jeder sein eigenes kleines Paradies schaffen und darin glücklich und zufrieden leben könnte, ohne sich aus Langeweile oder Frust 'vollzustopfen' mit Nahrung und mit dem Konsum von überflüssigen Dingen, die man eigentlich zum Leben und zum Glücklichsein gar nicht gebraucht. Ich kann ja  schließlich nicht der einzige Mensch auf diesem Planeten sein, den ein schöner Garten glücklich und in gewisser Weise sogar 'satt' macht. Dabei habe ich noch nicht einmal einen Gemüse-, sondern nur einen Blumengarten...


Keine Aufregung, es ist ja nur ein Gedanke. Die Gedanken sind frei. Und außerdem habe ich ja sowieso nichts zu bestimmen.                  
  
 !!!  S m i l e y  !!!



All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen sonnigen Frühlingstag im eigenen Garten oder irgendwo in der Natur.

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Buschwindröschen aus Bad Homburg

http://3.bp.blogspot.com/-NabtWPh-lao/VSqLNlmcZXI/AAAAAAAAAd8/plLcaGwNa9M/s1600/IMG_0011.JPG


Kommentare:

  1. Nachdem es bei uns gestern den ganzen Tag grau und nieslig war, scheint heute endlich wieder die Sonne und ich werden den Tag genießen. Klar, die Arbeitsgeräte bleiben im Schuppen, dazu ist morgen auch noch Zeit. Wenn man so wie ich in Rente ist, muss man ja auch nicht hetzen, das Unkraut ist morgen auch noch da!
    Meine Buschwindröschen sind alle verschwunden, da werde ich wohl wieder welche kaufen müssen.....

    Schönen Sonntag

    LG Lis

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  2. Ne, du bist nicht alleine, auch mich macht der Garten glücklich, viel mehr als irgendetwas Gekauftes jemals könnte... Und ich kenne Familien, die ihr gesamtes Gemüse die Saison über auf dem Balkon ziehen, und Naturgärtner, die eine Wahnsinns-Insektenvielfalt auf dem Balkon anlocken, nur durch die richtigen wilden Blühpflanzen ;-). Dein gestreiftes Flügelwesen könnte auch eine Schwebfliege sein. Aber, dass auch hier das Wetter aufhellt heute, darauf warte ich noch. 8°C und Regen, da will ich noch nicht. Gruß von Garten zu Garten, "richtig" gegessen wird hier auch erst wieder abends, Wochenendflows lasse ich mir ungern zerfleddern ;-). Aber an einem Inhouse-Tag ab und an mal neugierig in Blogs stöbern, erlaube ich mir. Bis dann in deinem Blütenreich. Lieben Gruß Ghislana

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  3. Herrliche Fotos. Bei uns ist es mittlerweile auch wieder schöner geworden. Endlich! Hoffentlich hast Du Dir beim Sturz nicht weh getan. Ich vergesse übrigens auch gerne auf das Essen, wenn ich im Garten bin.

    LG kathrin

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  4. Liebe Edith,
    ich habe mir einen neuen Gartenstuhl gekauft. Ich bin mal gespannt, wie oft ich darin sitze (lach).
    Wenn ich im Garten bin (und ich meine nicht sitzen), dann vergesse ich alles um mich herum. Zumindest habe ich gelernt, den Herd abzustellen wenn ich hinaus gehe. Einen Topf konnte ich schon entsorgen, weil der Inhalt sich unlöserlich mit dem Topf verbunden hatte (räusper).
    Schöne Bilder von den Narzissen hast du gemacht.
    Viele liebe Grüße
    Ursula

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  5. Gerade, liebe Ursula, mußte ich lachen. Den Herd abzustellen, habe ich noch nicht gelernt. Kürzlich wollte ich nur Küchenreste in die Biotonne bringen, habe mich dann im Garten so verzettelt, dass ich völlig vergaß, dass auf dem Herd 4 Hähnenschenkel kochten. Ich konnte dann nur noch Knochen vom Topfboden abkratzen. Fleisch habe ich nicht mehr gefunden. LG Edith

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  6. Liebe Edith,
    das sind einfach beseelte Gärtnergedanken, die ich gut verstehen kann. Wer die Blüten von Anemone Blanda und Magnolie bewundert, kann andere Dinge gern verschieben.
    Frühlingshafte Grüße
    Katharina

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  7. Wir gartenverrückten Frauen können uns doch glücklich schätzen, weil wir noch an jedem Blümchen unsere Freude haben. Ich bin auch immer wieder zufrieden, wenn ich ein Stück Gartenarbeit fertig habe und dann noch gucken darf was andere so im Garten haben. Gestern war ich bei Gaißmaier-Stauden in Illertissen, mein Gott ist diese Gärtnerei schon wieder gewachsen, ein neues Büro ist übern Winter entstanden. Es war ein Markt dort, der hieß "Kraut und Krempel" mit angeschlossenem Samentausch oder Markt. Es ging um vergessene Gemüsesorten. Ich kaufte 7 Sorten Kartoffeln von rot, bunt und lila, je 2 Stück davon, mal sehen, was daraus wird. Auch 2 Hornveilchen der Sorte "Rebecca" und 1 Angelica gigis wollten mit mir nach Hause. Gerne hätte ich noch eine Mittelmeer-Wolfsmilch oder die steife Wolfsmilch (wunderschön) gehabt. (leider nicht winterhart)Eine wunderschöne geaderte, großblumige Helleborus blühte in seinen Mutterpflanzenbeeten (leider nicht im Verkauf) Unglaublich, wie viele Österreicher und Schweizer mit Bussen angereist kamen und einkauften.
    Eine schöne Woche wünscht Ilona

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    1. Das wäre auch etwas für mich gewesen, liebe Ilona! Dort zu schauen, macht schon Spaß. Und dann ist es gar nicht sooo wichtig, wieviel letztendlich mit nach Hause gekommen ist. Was die bunten Kartoffeln angeht, hatte ich ja mal einen Post darüber geschrieben. Sie sehen toll aus, sind sehr fotogen, aber mir schmecken die 'normalen' Sorten doch am besten. Aber Du wirst ja berichten. Was bei Euch Gaißmaier-Stauden sind, das sind bei uns in der Nähe (einfache Fahrt ca. 75 km) Stade-Stauden bei Borken. Dir auch eine schöne Woche und liebe Grüße, Edith

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  8. Liebe Edith,
    ganz genau so ;-)...im Garten vergess ich Zeit und Raum und bin gedanklich vom Anblick der Pflanzenbilder einfach "gefangen" - deine Sternmagnolie blüht so schön.
    LG Marita

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  9. Das kann schon mal passieren. Ich war auch einmal unglücklich gestürzt, als ich nach einer Drehung in der Hocke das Gleichgewicht am Abhang verlor. ;-) Das hätte man in jüngeren Jahren blitzschnell und locker abfangen können. Irgendwie fehlt es nun ein wenig an Sprungkraft. Aber vielleicht läßt die sich doch wieder trainieren.

    In unserem derzeitigen Garten ist es leider schwierig, Zeit und Raum zu "vergessen", da er unmittelbar an einer Straße liegt, noch voll einsehbar ist und viele Passanten und Autos vorbeikommen. Man fühlt sich ständig beobachtet ...
    Gute Gedanken sind das jedenfalls, liebe Edith. Leider gibt es heute auch viele Menschen, die gar keinen Garten wollen oder wenn sie einen Garten haben, diesen lieber zum Feiern und Grillen nutzen als für Gartenarbeit oder gar Naturbeobachtung oder Anpflanzungen. ;-) Rund um uns sind auch viele recht nackte Gärten. Die meisten sagen, es sei zu viel Arbeit. ;-) Ich bin ja in einem Garten großgeworden und hier siehst Du, was aus dem Garten geworden ist. ;-) Moderne Zeiten ...

    http://mein-waldgarten.blogspot.de/2016/03/riesengroe-ostereier-und-lost-places-3.html

    Selbst in den Schrebergärten wird längst nicht mehr gegartelt, oftmals verwildern sie schon und man läßt es geschehen ...

    http://mein-waldgarten.blogspot.de/2013/10/schrebergartenfeeling.html

    Liebe Grüße
    Sara

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  10. Ich denke, liebe Sara, dass der Same 'Liebe zur Natur' schon in der Kindheit gesät werden sollte, wie es ja bei Dir war und bei mir auch. Der Garten gibt uns viel mehr, als wir ihm geben. Die Pflege des Gartens ist für mich Hobby und nicht Arbeit. Und was ist keine Arbeit? Wer sich im Fitness-Studio abquält, schwitzt mehr als ich. Aber was gibt das der Seele? Ich will niemanden zum Hobbygärtner bekehren, freue mich aber immer besonders, wenn junge Frauen sich schon für den Garten begeistern.
    Liebe Grüße
    Edith

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