Sonntag, 20. März 2016

Glück im Unglück...


Zu den Menschen, die jammern, klagen und in Selbstmitleid versinken, gehöre ich ganz sicher nicht. 



Aber mein Frühlingshimmel hat sich kürzlich ziemlich abrupt bewölkt, nach und nach sogar verfinstert und mich fast an meine Grenzen gebracht. (Schließlich bin ich schon OMA.)



Es begann damit, dass beim Zähneputzen plötzlich mein Zahnfleisch schmerzte und endete mit einem OP-Termin bei einer Oralchirurgin an einem Freitag um 11.45 Uhr. 



Um einen unplombierten 'abgestorbenen' Zahn zu retten, sollte dessen Wurzel, an der sich eine Zyste gebildet hatte, gekappt werden. Um 12 Uhr kam ich in den OP-Raum, 1 1/2 Stunden später verließ ich die Praxis.



Als ich am darauf folgenden Montag in aller Frühe aufstand, um ein Familienmitglied zu einer ambulanten OP in den Nachbarort zu fahren, schaute ich beim Blick in den Spiegel auf einen dicken Bluterguss unter meinem rechten Mundwinkel. Sogar der Kassierer im Supermarkt fragte mich erschrocken, was mit mir passiert sei.



Und als ich den ambulant operierten Patienten gegen Abend abholen wollte, erfuhr ich, dass nun doch ein stationärer Krankenhausaufenthalt erforderlich sei. 



Gerade zu Hause angekommen, erreichte mich ein Hilferuf von Sohn und Schwiegertochter. Mein Sohn war nach seiner Virusgrippe wahrscheinlich wieder zu früh und noch geschwächt zur Firma gefahren. Vorher hatte er schon seine Frau angesteckt, die ihn eine Woche später erneut infizierte. Ab dem Wochenende lagen dann beide, mein Sohn sogar mit über 40 Fieber, krank im Bett. 


Mein Mutterinstinkt schlug Alarm. Drei Tage lang versorgte ich die Familie mit 'Essen auf Rädern'. Die Schüsseln schob ich ihnen wegen der Ansteckungsgefahr durch den Spalt der geöffneten Haustür.


Nachmittags  fuhr ich ins Krankenhaus und erledigte im Anschuss daran noch meine Einkäufe  für den nächsten Tag. 



Nebenbei stellte ich Waschmaschine und Trockner an, um im Krankenhaus verunglückte Wäsche am folgenden Tag gleich wieder mitzunehmen.



Als das Schlimmste überstanden schien, sich bei allen Erkrankten eine Besserung abzeichnete, begab ich mich erleichtert - endlich mal wieder! - auf einen Rundgang in meinen Garten. 


Dabei stieg ich mit einem etwas riskanten Schritt über einige große Blumentöpfe, wobei ich - mit einem Bein in der Luft - aus Unachtsamkeit oder vor Schwäche das Gleichgewicht verlor und mit meinem sowieso schon geschundenen Gesicht voll in meiner Brautspiere landete. 


Instinktiv hatte ich bei dem Sturz meine Augen geschlossen. Als ich mich zwischen all den Blumentöpfen wieder aufgerappelt hatte und mir mit dem Handrücken übers Gesicht fuhr, war er blutverschmiert. 
 

Ich wusch mir im Keller mein Gesicht und zählte dabei insgesamt neun (!) zerkratzte blutige Wunden. Am schmerzhaftesten war die große  Schürfwunde, die sich über das ganze linke Augenlid erstreckte, also GLÜCK IM UNGLÜCK! Ich hätte mein Auge verlieren können. 



Als meine Tochter aus ihrem Karibikurlaub zurückkehrte und mich so vorfand, war sie zutiefst schockiert, brachte mir Zinksalbe für die Wunden und Schwedentropfen zur äußerlichen Anwendung des Blutergusses.



Inzwischen wurden bei mir die Fäden gezogen, alle Familienmitglieder sind auf dem Weg der Besserung, so dass sich mein Frühlingshimmel ein wenig erhellt hat und ich guter Hoffnung bin, dass ich mich irgendwann auch mal wieder um meinen Garten kümmern kann, sofern das Wetter dabei mitspielt und diese unangenehme Kälte endlich nachläßt.



'Eingestreut' habe ich 'LENZROSEN Teil II' (Nrn. 10 bis 27). Die Fotos habe ich am Samstag gemacht.




Etliche Lenzrosen habe ich ja doppelt bzw. sogar dreifach, wie zum Beispiel die ganz dunkle. Auf den ersten Blick sehen sie vielleicht alle gleich aus. Wenn man sie aber bei Tageslicht oder besser noch bei Sonnenschein richtig betrachtet, geht eine ins Anthrazite, eine andere ins Blaue und eine dritte ins Aubergine. Vielleicht sind es verschiedene Sorten. Aber vielleicht liegt es ganz einfach auch nur am Standort.

All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen Sonntag.

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Lenzrosen Nordseite



 Noch einmal Lenzrosen



Kommentare:

  1. Guten Morgen Edith,
    gute gute Besserung, wenns kommt dann kommt es aber auch kräftig. Zum Thema Selbstmitleid, da könnte ich dir auch eine Geschichte erzählen von einer Seniorin, das reißt selbst mich mit.

    Es gibt sie tatsächlich die Menschen, die ständig jammern und sich selbst bemittleiden, aber du gehörst nicht dazu.

    Gerade bei den Menschen spielt aber auch die Psyche verrückt. Aber inzwischen bin ich doch so geschult, dass ich das doch erkennen kann. Aber es reißt einen schon mit und man muß schon hart sein.

    Deine Lenzrosen sind aber auch eine Pracht, ich bin auch ganz hin und weg von ihnen,
    als ich am Neckar war.

    So nun wünsche ich dir von Herzen alles Gute und pass auf den Weg auf. :-))
    Lieben Gruß und schönen Sonntag mach einfach mal gar nix.

    Eva

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  2. mein lieber krokoschinski! das war ja richtig dick!
    es beeindruckt mich wie lässig du darüber schreibst - chapeau!
    und jetzt drücke ich dir die daumen dass es das erstmal für lange zeit war mit pech und krankheit!
    wunderschöne blümchen hast du im garten!!! xxxx

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  3. Oh, das sind ja Sachen, liebe Edith! Manchmal kommt alles auf einmal. Da bin ich ja froh, daß inzwischen so gut wie alles wieder überstanden ist!
    Deine Lenzrosen sind eine Schau! Besonders die Dunkle mag ich auch sehr gern! So allein vom Foto her könnte ich sie auch nicht unterscheiden, aber ich weiß was Du meinst - im Licht am Standort im Garten sieht das alles nochmal anders aus.

    Liebe Sonntagsgrüße und alles Liebe und Gute für Dich und Deine Familie!
    Sara

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  4. Ohje... da hast Du ja (hoffentlich) erst mal alles für ein Jahr "abgearbeitet"! Da standen die Sterne wohl grad ganz schlecht.
    Auf dass es jetzt richtig bergauf geht ohne weitere Zwischenfälle!
    Liebe Grüße und alles Gute!
    Daniela aus Uelzen

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  5. Hilfe - was machst du denn für Sachen? Wenns kommt, kommt es bekanntlich dick - aber gleich so? Jetzt hast du ein Sternchen im Himmel und sicher auch Menschen, die sich kümmern, wenn es dir mal ganz schlecht geht - so wie du dich um die anderen gekümmert hast. Gute Besserung!

    Sigrun

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  6. Also nun kann es ja nur noch besser werden... Verrückt, wie manchmal eins das andere nach sich zieht. Aber du hast das toll gemanaged, finde ich! Und die Freude an deinen Lenzrosen ist dir nicht vergangen, prima! Gute Besserung weiterhin und ja, auch hier hoffen wir auf Frühlingstemperaturen. Kalt und nass, eine Kombination, die ich nicht so mag. Deshalb heute im Wesentlichen Sofasonntag. Lieben Gruß Ghislana

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  7. Na, du machst ja Sachen, liebe Edith. Die Schreckensnachrichten hübsch zwischen Lenzrosenblüten verpackt. Jedenfalls wünsche ich dir gute Besserung.
    Viele liebe Grüße
    Ursula

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  8. Ach du meine Fresse... na, wenn schon, denn schon, was? Gut, dass jetzt wieder alle auf dem Weg der Besserung sind! Weiterhin frohe Genesung!
    Die Lenzrosen sind wunderschön, vor allem die auf dem letzten Bild find ich toll. =)

    LG
    Centi

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  9. Liebe Edith, da hast du ja eine schlimme Zeit hinter dir! Ich hoffe, daß alle nach und nach wieder in Top-Form sind und du dann auch in den Garten kannst! Macht ja grad jetzt sooo viel Freude, wenn man wieder loslegen kann.
    Deine Helleborus-Parade ist ein Traum!
    LG Andrea

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  10. Himmel, das war ja heftig. Und sicher schmerzhaft. Ich kenne das auch. Und Jammern macht es eh nicht besser.
    Gute Besserung.

    Viele Grüße
    Margrit

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  11. Liebe Edith,
    ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das ist aber auch eine Pechsträhne, da fehlen einem die Worte! Ab sofort kann es nur noch steil bergauf gehen! Ich wünsche dir und deiner Familie `Gute Besserung´.
    Liebe Grüße
    Katharina

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  12. MEI SCHNAAACKI,,,, wos host den do für an SCHEISS beinand,,,

    mei du bist aber ah ah PECHVOGAL....
    i hoff DIR geht's wieda bessa
    mei SCHNACKERLE hot ja ah de schware GRIPP dawischt
    is aber glei wieda beim rumwerkeln gwesn
    hob i ehct schimpfen miassn

    i hoff das nit wos nachkummt....

    alles guate BESSERUNG
    und mei LENZROSAL is leider nimma kumma

    hob no an feinen ABEND
    und DANKE für de liaben WORTE bei mir
    BUSSALE bis bald de BIRGIT

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  13. Da wird´s aber Zeit, daß bei einer so großen Pechsträhne bei dir und deiner Familie wieder das Glück einkehrt.Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute und daß wieder alles gut abheilt. Gerade in dieser turbulenten Zeit hast du auch noch den Samen verschickt, nochmals vielen Dank dafür.
    Die Hellis hast du wieder wunderbar mit Efeu in Szene gesetzt. Den Samen habe ich bereits ausgesät, mal sehen, was daraus wird.
    Ich wünsch dir viel Freude an deinem Garten und beim Fotografieren.
    Grüße von Ilona

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  14. Liebe Edith, als manchmal verlässt einen das Glück und dann kommt auch noch das Pech dazu. So scheint es mir bei deiner Pechsträhne gewesen zu sein. Aber wer so schöne Lenzrosen im Garten sein Eigen nennt, dem kann das Glück nicht lange fern bleiben - denn auch das Glück muss irgendwo Kraft tanken und wo sollte es dies besser können als in einem so schönen Garten, wie Deinem. Dies wünsche ich Dir von Herzen. LG Marion

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  15. Liebe Edith,
    gute Besserung wünsche ich dir nach dem Katastrophentag. Aber du hast ja alles gut bewältigt und die Probleme mit den wunderschönen Blüten der Helleborus kombiniert. Deine Kinder können sich glücklich schätzen, dich in der Nähe zu haben. Unsere Kinder wohnen sehr weit weg.
    L.G. Ag

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