Samstag, 23. Januar 2016

Lost Places mit maroden Schönheiten...

 

Auf der Autofahrt nach Holland sah ich auf der linken Straßenseite durch die kahlen Baumreihen hindurch in der Ferne auf ein Etwas, das ich im Vorbeifahren so auf die Schnelle nicht einzuordnen wußte.


In Denekamp schlenderte ich durch das bekannte Tuincentrum, welches ich seit mindestens 25 Jahren in regelmäßigen Abständen besuche, das im Laufe der Jahre groß, größer, am größten wurde und inzwischen für mich einfach zu groß geworden ist. Deshalb beschränkte ich mich auf den Bereich, wo ich Lenzrosen (Helleborus orientalis) vermutete. Ja, es gab eine Auswahl, neuerdings auch in den Niederlanden mit dem Etikett 'Rose des Frühlings' versehen. An einer, die schon verblüht war und nur noch eine Knospe hatte, war ich interessiert, stellte sie aber wegen ihrer weißen Blätter wieder zurück, weil ich an kalkhaltiges Gießwasser als Ursache dafür nicht so recht glauben mag.

Es blieb deshalb bei einer Mini-Amaryllis aus der Kolibri-Serie, einem passenden Topf dazu und 'Mezenbollen' (Meisenknödeln).

Auf der Rückfahrt bog ich an der oben erwähnten Straße in einen schmalen Weg ein und war ziemlich erstaunt, was ich da rechts und links vor mir sah, wendete an einer Stelle, die dies zuließ, und 'arbeitete' mich fotografierend wieder bis zur Hauptstraße zurück. 

Aber schaut doch selbst, welche Schätze ich auf diesem 'Lost Place' entdeckte.


Das war ja wohl mal eine Mühle...



Dieses Gebäude hat auch schon bessere Zeiten gesehen...


Schwer zu sagen, was darin mal untergebracht war...


Hier nun kommt ein Gebäude, das - was marode Schönheit angeht - eine schöne Straßenansicht hatte. Ich habe die Tore mit den alten Beschlägen einzeln fotografiert, weil sie so schön 'alt' waren.


Es ist fast ein Wunder, dass der Sturm Kyrill die Dachpfannen nicht durch die Luft gewirbelt hat. Sie liegen locker auf dem Dach. Oder vielleicht gerade deshalb (?).


Ob diese alten Gebäude wohl gegen Sturmschäden versichert sind?


Das erste Gebäude ist marode, das zweite maroder, aber bekanntllich gibt es dazu ja noch eine Steigerung, die da heißt am marodesten. Und das Gebäude folgt nun.



Das kann nur ein unverbesserlicher Optimist sein, der es wagt, in dieser Bruchbude sein Fahrzeug unterzustellen.


 Die Spuren beweisen, dass der Trecker noch funktionstüchtig ist.


Aber schön marode sieht es schon aus an diesem 'lost place'.


Ich habe noch viele Detailaufnahmen gemacht. Es würde zu weit führen, sie hier alle zu zeigen, vielleicht bei anderer Gelegenheit. 

Es war noch ein unbewohntes, altes Wohnhaus vorhanden, das wahrscheinlich zu diesen drei Schuppen und der Mühle gehört. 


Auf dem Nachhauseweg kreisten meine Gedanken um diese Gebäude, um die Menschen, die einst darin lebten, geliebt und gelacht haben, in einer Großfamilie glücklich waren und in Verbindung mit der Mühle ein gutes Auskommen hatten. 

Ich stellte mir einen allein zurückgebliebenen, einst angesehenen, alten Müller vor, den der Fortschritt mit den Jahren brotlos gemacht hatte, dessen Kinder in die Stadt gezogen waren, der allein nicht mehr die Kraft und die Mittel hatte, sich um die Instandhaltung der Gebäude zu kümmern, die wahrscheinlich ihren eigentlichen Zweck schon lange nicht mehr erfüllen mußten. 


Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen mit einem Sonnenuntergang, wie ich ihn selten so schön gesehen habe. Zwei Highlights an einem Tag! Womit habe ich das nur verdient?

Dieser Post geht jetzt mit einem lieben Gruß auf Reisen zu Sigrun.

All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönenTag.

Kommentare:

  1. Schön. Einfach schön. Ich liebe solche alten Gebäude. Vielleicht bin ich deshalb auch so gerne in Großbritannien. Da gibt es ja richtig alte Gemäuer an jeder Ecke.

    Schönen Sonntag
    Margrit

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  2. Geheimnisvoller faszinierender Platz..., ganz sicher mit Geschichte und Geschichten..., und offenbar ist da noch jemand, der ihn manchmal nutzt. Ich überlege, ob da wohl die 3 Bären zu Hause waren, in deren Haus das Goldlöckchen-Mädchen eindrang? Lieben Gruß Ghislana

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  3. Liebe Edith,
    da hast du aber wunderschöne marode Kostbarkeiten entdeckt.
    Ich kann dich verstehen, wenn du noch mehr Detailaufnahmen gemacht hast.
    Viele dieser Kleinigkeiten werden von den meisten Menschen gar nicht gesehen.
    Und als Krönung der herrliche Sonnenuntergang. Was will man mehr.
    Ich wünsche dir noch viele solcher Erlebnisse und ein schönes Wochenende.
    Herzliche Grüße
    Rita

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  4. Liebe Edith,
    mit deinem Beitrag hast du mir eine besondere Freude gemacht...wunderschöne Lost Places sind das und ich find es toll, dass du deine Gedanken auch noch mit aufgeschrieben hast. Eine verlassene holländische Mühle ist etwas ganz besonderes....leider können nicht alle als Gaststätte oder Museum erhalten werden...das ist schon schade.
    Viele Grüße, Sigrun

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  5. Oooohh.. ich liebe diese alten verlassenen Gebäude.. am liebsten würde ich sie direkt adoptieren und ihnen neues Leben einhauchen, Edith! So ein altes Schätzchen.. wäre mein Traum ;)) liebe Sonntagsgrüße, Nicole (die gleich nochmal oben gucken geht! So schön!)

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  6. Hallo Edith,
    auf Deinen Bildern kann man gut erkennen, dass Häuser nicht für die Ewigkeit gebaut sind. Gut, es sind eher Scheunen und keine Wohnhäuser, aber mich faszinieren sie dennoch.
    Wir hatten im vorherigen Haus einen alten Schuppen, der immer schiefer wurde. Aber er hielt. Ich liebte ihn sehr und mein Mann hat ihn mit neuen Stützen versehen. Wir wohnen nun schon 10 Jahre dort nicht mehr, aber der Schuppen steht immer noch.
    Liebe Grüße von Ingrid

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  7. Hallo Edith, ach schön... deine Fotostrecke über die maroden Gebäude am Wegesrand und dann der stimmungsvolle Abendhimmel - man glaubt es kaum, wie lange noch so windschiefe Schuppen ihre Dienste tun. :-)
    LG und einen schönen Abend, Marita

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  8. Feine alte Behausungen, liebe Edith! Man glaubt immer, dass kann doch gar nicht mehr von alleine stehen, aber dann findet sogar jemand den Mut, seinen Trecker dort zu parken :)
    Liebe Grüße
    Erika

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  9. Schön, diese alte Mühle, liebe Edith! Da hast Du ja richtige Schätze entdeckt! Kyrill war damals schon heftig. Ja, da kann man die Gedanken schon schweifen lassen angesichts solch alter Gebäude.
    In Deinem Google+-Profil hatte ich Deinen Blog-Link vermisst, aber zum Glück habe ich auch so hergefunden.

    Liebe Grüße
    Sara

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