Freitag, 31. Juli 2015

Friday-Flowerday #30/15  

Keine Ahnung, 

ob mein Plan gelingen wird. Aber ich möchte dafür auf jeden Fall gut gerüstet sein. Deshalb begab ich mich heute in meinen Garten, schaute nach geeigneten Blumen und öffnete anschließend meinen Wohnzimmerschrank auf der Suche nach besonderen Gefäßen. Die Vasen von BODA Blue Galaxy aus der Bertil Vallien Artist Collection (Hand-made and mouth-blown in Sweden) sind, so dachte ich, für meine Premiere genau richtig. 

Ich möchte nämlich erstmalig beim Friday Flowerday mitmachen.

Auf dem gesamten Eßzimmertisch breitete ich meine 'Beute' aus und begann mit meinem ersten Strauß.  In ihm verarbeitete ich Stiele von meinen Hortensien 'Fireworks rosa' und 'Hopcorn blau', von meiner Staudenclematis 'Arabella', vom rosa Phlox, von der rosa Staudenwicke und der Muehlenbeckia.











Da noch reichlich 'Material' vorhanden war, bestückte ich die Schale mit Stielen meiner weinroten namenlosen Hortensie und meiner bunten Hortensie 'Schloss Wackerbarth', mit der Bodendeckerrose 'The Fairy', der Staudenclematis 'Blue Rain' und dem Sedum 'Herbstfreude' in Knospe.












In die dritte Vase mit der sehr schmalen Öffnung paßten gerade mal je ein Stiel der Staudenclematis 'Cassandra' und 'Arabella', der Ballonblume (Platycodon) und der Muehlenbeckia.












Helga vom Blog Holunderbluetchen sammelt jeden Freitag Schnittblumen in der Vase. Wenn es mit der Verbindung (Verlinkung) unserer Seiten so klappt, wie ich es mir wünsche und wie Astrid von 'Stoffwelten' es mir erklärt hat (ein dickes DANKE), sollten meine Friday Flowerday-Sträuße dort ankommen.


Vielen Dank, liebe Helga, für diese Möglichkeit. Ich habe schon öfter bei Dir geschaut und mir gewünscht, mit dabei zu sein.

Allen Lesern wünsche ich ein schönes Wochenende. Liebe Grüße Edith

Mittwoch, 29. Juli 2015

Acht Uhr morgens...




Ich sitze am Eßzimmertisch und schlürfe meinen Tee. Ich mag diese Ruhe am frühen Morgen, weil es bei uns viele Jahre morgens sehr hektisch zuging: Gedränge im Bad, Frühstück im Stehen, jeder mußte pünktlich los, mit dem Fahrrad zur Schule, mit dem Zug zur Uni und mit dem Auto zur Arbeit.




Vor einer halben Stunde hat es noch geregnet. Die Pflanzen atmen regelrecht auf, haben sich ein wenig erholt nach dieser langen Trockenperiode und der teilweise unnatürlichen Hitze.




Da huscht ein Lächeln über mein Gesicht. Ich ertappe mich dabei, daß meine Augen schon im Garten unterwegs sind, sozusagen im Garten spazierengehn. Sie eilen von Pflanze zu Pflanze bis ans Ende des Gartens, wo schließlich ein dicker Buchsbaum die weitere Sicht versperrt. Ich stehe auf, öffne die Terrassentür, mache spontan Fotos und bin - wie so oft - total enttäuscht.




Und ich frage mich wieder einmal: "Wer lügt hier eigentlich? Unsere Augen? Der Fotoapparat? Ist 'Mein schöner Garten' nur Einbildung?" Wahrscheinlich liegt es wieder einmal am 'Licht'. Oder an der Kamera? Oder an der unfähigen Amateurfotografin?






Meine Augen entdecken auf jeden Fall vier große Töpfe mit Sedum in verschiedenen Sorten, drei in Form geschnittene Buchsbäume, ein Vogelhaus, drei große Topf-Hortensien, eine gelbe Hosta, einen Farn, Sedum Herbstfreude, Hosta Striptease, die Weymouthskiefer mit Futterhäuschen, den Terracotta-Buddha mit sieben Terracotta-Vögelchen, die Bodendeckerrose The Fairy, den berankten Pavillon, achtmal Geranium Rozanne, die den ganzen Innenkreis des Pavillons ausfüllen, Clematis 'Polish Spirit', die große Buchsbaumkugel und einiges mehr. Und das ist nur ein 1/3-Blick wie ein Foto im Hochformat. Da hätte ich viel zu tun, wollte ich noch aufzählen, was ich rechts und links davon sehe.




Trotzdem denke ich, daß dies vielleicht ein gutes Motiv für den 12tel Blick wäre und dazu noch ein so bequemes. Ich könnte bei 'Wind und Wetter' vom Eßzimmer aus fotografieren, ohne daß ich mich nach draußen begeben müßte. Dann sollte ich wegen des Lichts vielleicht nicht die Morgen-, sondern die Abendstunden wählen.  Ich werde das im Auge behalten, mit Fotos experimentieren und dann darüber nachdenken. Es ist ja noch  Zeit genug. Wenn ich es mache, beginne ich sowieso erst im Januar. 



Einen schönen Tag Euch allen und laßt Eure Augen auch ruhig mal spazierengehn. Es muß nicht zwingend ein Garten sein. Es gibt auch andere schöne Motive...

Sonntag, 26. Juli 2015

Ich bin verliebt...

in meine Hortensiensträuße.

Im Augenblick kann ich wirklich aus dem Vollen schöpfen, ohne daß man es den Hortensienbüschen überhaupt anmerkt. Für den ersten Strauß schnitt ich eine Bauernhortensie, Phlox und die zierliche Clematis Tritternata Rubromarginata. Zierlich ist nur die Blüte;  ihr Wachstum ist ungebremst und ihr Duft lieblich, der allerdings vom Duft des Phloxes regelrecht 'verschluckt' wird.







Im folgenden Strauß seht Ihr fünf verschiedene Hovaria-Hortensien, nämlich Holibel, die hier im Verblühen einen rosa Hauch annimmt, Sweet Fantasy, Hopcorn blau (?), Fireworks rosa, Love you Kiss und Hosta Striptease.







Für diesen opulenten Strauß ganz in Weiß schnitt ich sieben Stiele meiner einzigen Hortensie 'Annabelle'. Die Stiele standen sich gegenseitig im Weg. Sie blüht so üppig, daß mein Plündern gar nicht auffällt.








Hier seht Ihr die Sträuße auf der blauen Tischdecke des Eßzimmertischs. Da kommen die Farben noch einmal ganz anders zur Geltung.








In der Glasschale mit den Murmeln meines Enkels noch einmal Tritternata Rubromarginata mit einer weißen Staudenclematis, deren Namen ich nicht weiß, die sehr schöne kleine, weiße Blüten hat, an der mir besonders die Knospen so gut gefallen.




Und hier noch einmal ein Gruppenbild, bevor ich die Sträuße in der Wohnung verteilt habe.




Wenn ich wüßte, wie das funktioniert, würde ich jetzt einen Strauß zum 'Friday Flowerday' Blog schicken. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich arbeite dran.

Einen schönen Tag Euch allen.
                                                           

Freitag, 24. Juli 2015

Menschen und ihre Gärten: Ein Garten mit einer besonderen Aura...

Es fühlte sich für mich so an, als wolle dieser Garten mit seinen Figuren mir zuflüstern: 'He, wir kennen dich und wissen Bescheid über dich und dein Leben'.




Aller guten Dinge sind DREI. Das sagt man so. Dennoch möchte ich Euch nach drei vorgestellten Gärten noch von einem vierten erzählen. Warum? Das ist schwer zu erklären.

Schon beim Betreten dieses Gartens mußte ich schmunzeln, als ich den 'Tagträumer' auf dem Boden liegend sah, sorglos in den blauen Himmel schauend. Ich erkannte mich da selbst, hatte ich vor kurzem doch meinen ersten als Kind bewußt erlebten Sommer beschrieben. Meine Mutti entdeckte mich im hohen Gras auf einer Wiese liegend und bezeichnete mich als ein 'sonderbares' Kind.




Die 'Tanzenden Elfen' gleich darauf spiegelten mich in meinem Hier und Jetzt, während die 'Seiltänzerin' mich schlagartig in die traurigste Zeit meines Lebens zurück versetzte. Aber gleich danach beim 'Himmelsstürmer' war ich wieder Kind: fröhlich, temperamentvoll, mutig und wild wie ein Junge. Und beim Teich schließlich fühlte ich mich angekommen.




Was war passiert? Ich betrat diesen, einen etwas 'anderen' Garten. Als erstes fiel mir auf, daß hier auch Giersch seinen Platz hatte und eine Wildform von Salbei. Als ich mich den tanzenden Elfen näherte, huschte ein Lächeln über mein Gesicht. Mich durchfuhr eine tiefe Freude, wie ich sie empfinde, wenn mein Enkel mir mit seinem fröhlichen Oma-Geschrei entgegenkommt.

Ich ging weiter und kam zur Seiltänzerin. Und meine innere Stimme sagte plötzlich: "Ja, genau so war es damals. Ich fühlte mich wie eine Seiltänzerin, die jeden Moment abzustürzen droht." Nach dem Krebstod meines kleinen Sohnes konnte ich mich lange Zeit nicht entscheiden, ob ich weiterleben oder lieber sterben und zu ihm wollte.




Dieser Moment der Traurigkeit verflog, als ich schon von weitem den Himmelsstürmer auf seiner Tonne sah. Ich hatte gerade meine 'Erinnerungen gegen das Vergessen' beendet. Darin berichtete ich unter anderem auch von einem immer wiederkehrenden Traum während meiner Schulzeit. Dort heißt es: 'In all diesen Jahren hatte ich immer wieder denselben Traum: Es klingelte zur Pause. Ich lief mit ausgebreiteten Armen zum Ausgang, stürmte die Stufen hinunter und hob dabei ab zum Fliegen. Alles in mir jubelte: DAS LEBEN IST SCHÖN!' Ich mag diesen Himmelsstürmer mit seiner kunstvoll geflochtenen Hose, den Hosenträgern und seinen an den Armen befestigten 'Flügeln'.




Und dann wurde es plötzlich ganz romantisch. Ich betrat einen verwunschenen, geheimnisvollen Ort. Ich kann sowieso stundenlang in den Himmel, in meinen Garten, aufs Meer oder auf diesen stillen Teich schauen. Dann bin ich ganz bei mir selbst. Durch Licht und Schatten veränderte sich ständig das Farbspiel auf der Wasseroberfläche. Ich konnte mich von diesem Ort nur schwer verabschieden, weil er so schön ist.




Und dann entdeckte ich sie, zwei Engel, in einem Baum hängend, die uns die Lebensfreude überbringen. Sie reagierten auf jedes Lüftchen und waren ständig in Bewegung, einfach zauberhaft. 'Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache'. So steht es im KLEINEN PRINZEN. Mit der Hoffnung, daß auch unser Engel dort oben seinen Platz gefunden hat und wieder lachen kann, kehrte meine Lebensfreude seinerzeit langsam wieder zurück.




Zwei durch den Garten tollende kindliche Figuren erkor ich zu meinen Lieblingen. Sie erinnerten mich an 'Brüderchen und Schwesterchen'; denn auch ich habe einen älteren Bruder, der zu meinen Kindheitserinnerungen gehört.

Ich bedankte mich bei der kreativen Gärtnerin, die im Gespräch mit einem anderen Gartenbesucher war, und ging Richtung Ausgang.

'Den Garten des Paradieses
betritt man nicht mit den Füßen,
sondern mit dem Herzen.'

 Bernhard von Clairvaux




Während der ganzen Heimfahrt spürte ich noch die besondere Aura dieses Gartens mit seinen aus Naturmaterialien gefertigten kindlichen Figuren, die mich auf seltsame Weise  berührt hatten. Auf der Suche nach einer rationalen Erklärung für diese unerwartete emotionale Wirkung auf mich kam bei mir schließlich dieser Gedanke auf: Kann es vielleicht sein, daß da jemand anderes mit seinem Garten und den Figuren über sich und sein Leben erzählte und es rein zufällig Parallelen zu dem meinen gibt...?

  'Das schönste Erlebnis ist
die Begegnung mit dem
Geheimnisvollen'

Albert Einstein

Dabei möchte ich es belassen und damit auch diesen 'Gartenbesuch' beenden.




Für die Leser, die sich nun fragen, weshalb es zu diesem Text keine Fotos der entsprechenden Figuren und weiteren Informationen gibt: Ich habe mich dazu entschieden, weil meine Anfrage, ob ich über den Garten in meinem Gartenblog schreiben darf, unbeantwortet blieb.

All meinen Lesern wünsche ich einen schönen Tag.


Donnerstag, 23. Juli 2015

Für mich gibt es eine ganze Anzahl von Pflanzen, die mir im Verblühen noch sehr gut gefallen und die sogar noch mit ihren Samenständen eine gute Figur machen. Dazu gehören Lenzrose, Akelei, Allium, Fingerhut, Salbei, Silberkerze, Eisenhut, Hortensien, um nur einige zu nennen.


Gestern habe ich endlich den Salbei im Vorgarten zurückgeschnitten. Einerseits sah er noch so schön aus. Andererseits wurde es höchste Zeit, wenn er noch eine Nachblüte bringen soll. So geht es mir bei vielen Stauden. Ich zögere diese Arbeit meistens zu lange hinaus, weil mir die Pflanzen einfach leid tun.


Die Samen rieselten schon, als ich die abgeschnittenen Stiele in meinen Maurerkübel legte. Durch die Samenbildung wurden die Pflanzen nur unnötig geschwächt. Also werde ich noch etwas Naturdünger ausstreuen, sobald die größte Hitze vorbei ist.


Als ich mit meinem großen Kübel auf dem Weg zur Garage war und von oben auf den zu entsorgenden Inhalt schaute, hielt ich inne. 


'Es ist eine Schande, so etwas Schönes einfach wegzuwerfen', mahnte meine innere Stimme. Und meine Augen gaben ihr recht.


Also holte ich meine Kamera und fotografierte sie ein letztes Mal. Und ich finde, daß auch solche  Fotos einen gewissen Charme ausstrahlen.


Und da ich nun schon mal am Schneiden war, machte ich bei meiner verblühten Rose gleich weiter. Auch dabei gab es einige - zum Entsorgen zu schade -, die jetzt auf meinem Eßzimmertisch stehen und mich noch ein paar Tage erfreuen werden.


Einen schönen Tag Euch allen.