Sonntag, 31. Mai 2015





Ich liebe einfache, unkomplizierte Dinge, weil ich mit großem Aufwand nicht meine Zeit verschwenden möchte.




Als ich vor ein paar Jahren eine Digitalkamera geschenkt bekam, war ich hellauf begeistert. Motiv auswählen, antippen, abdrücken, das Bild im Display begutachten, bei Nichtgefallen löschen und einen neuen Versuch starten.




Welch ein technischer Fortschritt im Vergleich zu meinem alten Fotoapparat!




Seitdem habe ich Tausende von Fotos gemacht. Bedienungsanleitung? Nein, danke, wozu auch? Die Fotos sind doch gut.




Seit ich die gestochen scharfen Fotos mit herrlich verschwommenem Hintergrund einer Bloggerin bestaunt und von ihr erfahren habe, daß sie dies durch die Blendeinstellung bei ihrer Spiegelreflexkamera erreicht hat, tauchte bei mir die Frage auf, ob ich nicht auch noch etwas verbessern könnte; denn gut ist manchmal nicht gut genug.




Also las ich (endlich) das Handbuch 'Erste Schritte' und bekam dort Antworten auf Fragen, die im Laufe der Zeit aufgetaucht waren, erfuhr auch Dinge, die ich hier nicht erklären muß, weil Ihr als versierte Hobbyfotografen sie sowieso wißt.




Dort stand auch folgender Satz: 'Nachdem Sie sich mit den Grundlagen vertraut gemacht haben, können Sie die zahlreichen weiteren Funktionen der Kamera für anspruchsvolle Fotos nutzen'. Dazu wird auf die 'Handbücher' der beiden beigefügten CD-ROMS verwiesen, die in den Computer einzulegen sind (?). Das ist noch eine andere 'Baustelle', später irgendwann einmal...




Eigentlich schade, daß ich mein neu erworbenes Wissen nicht gleich testen kann. Das Wetter: grauer Himmel, Nieselregen und dazu ungemütlich kalt.

'Die Heiterkeit
ist das gute Wetter
des Herzens'

sagte Samuel Smiles passend zu seinem Familiennamen. Ich schließe mich dem an.




Wie meistens im Leben, so folgte auf Regen auch wieder Sonnenschein und damit die Gelegenheit zum Fotografieren. Meine 'Models' waren Akeleien, die ich einfach zauberhaft finde und die durch meinen ganzen Garten vagabundieren dürfen.




Die Akelei wird von so manch einem Gartenbesitzer als 'altmodisch' belächelt. Alt ist sie schon; denn bereits im Jahre 1526 war die Wald-Akelei für Albrecht Dürer 'modisch' genug, um sie uns in einem für ihn typischen Aquarell zu hinterlassen. Und vor dreißig Jahren wurde sie sogar zur 'Blume des Jahres' gekürt.




Im Volksmund gab man ihr viele Namen. Am treffendsten finde ich den Namen 'Elfenschuh'. Leichtfüßig wie eine Elfe schwebt oder tanzt sie durch den Garten und verbreitet heitere Gelassenheit.




Und welche Blume versetzt Euch in diese Stimmung?


Mittwoch, 27. Mai 2015





Der Name sagte mir nichts. Mir gefiel einfach nur die wunderschöne Farbe in reinem Purpurrot. Deshalb kaufte ich gleich fünf. Ich versprach mir einiges davon, weil sie als kalktolerant angepriesen wurden und keine besonderen Ansprüche an den Gartenboden hätten, insbesondere keinen sauren Boden verlangten.








Dennoch hob ich vorsichtshalber im Vorgarten riesige Löcher aus, jeden Tag eins, mischte den Gartenboden mit Gartentorf (ja, tut mir leid) und Kompost zu gleichen Teilen und setzte 'Dr. H.C. Dresselhuys' schließlich in die Mitte. Entsprechend der Anzahl meiner Pflanzen dauerte das ganze fünf Tage.






Ich war glücklich über die ersten Inkarho-Rhododendren in meinem Garten, sorgte für genügend Feuchtigkeit und behielt die Pflanzen stets im Auge. Leider warf bereits im darauf folgenden Frühjahr der schwächste von ihnen plötzlich seine Blätter ab und verabschiedete sich. Da waren's nur noch vier.




Und wie's inzwischen scheint, haben die auch Lust zu bleiben. Zur Zeit stehen sie in Blüte, der eine mehr, der andere weniger. Schon in Knospe waren sie schön anzusehen und die Farbe ist genau so, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Allerdings war mein ursprünglicher Plan, daß zur gleichen Zeit all die Tulpen, die ich Ton-in-Ton passend dazu ausgesucht und gepflanzt hatte, blühen sollten. Das hätte dann noch ein völlig anderes Bild ergeben. Aber als Hobbygärtnerin lernt man Demut. Vielleicht gibt's im nächsten Jahr noch eine Steigerung.




Übrigens war 'Hendrik Coenraad Dresselhuijs', nach dem meine Rhododendren benannt wurden, ein bereits 1926 verstorbener niederländischer (verdienter) Politiker. Man möchte ja schließlich wissen, wen man sich da in den Garten holt. Ich mag unsere niederländischen Nachbarn.




Nicht nur in bezug auf Tulpen haben wir ihnen einiges zu verdanken. Ich komme oft aus dem Staunen nicht 'raus, was ich an neuen Pflanzen so sehe, wenn ich dort durch die großen Gärtnereien schlendere. Da fällt mir gerade ein, daß ich unbedingt noch die Pfingstrose 'Swarte Piter' (Schwarzer Peter) haben möchte. Jetzt wäre die richtige Zeit dafür.




So nah an der Grenze geht der kleine Grenzverkehr fließend ineinander über. Die Holländer fahren nach Deutschland, die Deutschen nach Holland. Jeder Niederländer spricht deutsch (wir erwarten es einfach), aber kaum ein Deutscher kann niederländisch.




Kürzlich sprach ich in einem großen Gartencenter einen jungen Holländer an, um mich beraten zu lassen. Er blieb stur (vielleicht hatten die Holländer gerade mal wieder ein Fußballspiel gegen Deutschland verloren, ich wußte es nicht.), sprach ausschließlich holländisch. Und ich stellte meine Fragen immer auf deutsch. Irgendwie war das bizarr. Wir hielten beide bis zum Schluß durch. Ich bedankte mich und wir verabschiedeten uns lächelnd.




Ich hatte alles verstanden. Vielleicht hilft mir dabei mein Schulenglisch ein wenig und die Tatsache, daß ich in meinem Leben mit drei verschiedenen Dialekten von Plattdeutsch konfrontiert wurde, es immer verstanden, aber nie selber gesprochen habe.




Außerdem habe ich einige wunderbare Gartenbücher in holländischer Sprache, die ich von A bis Z gelesen und zu mindestens 80% verstanden habe.

Und wie funktioniert die Kommunikation mit Euren Nachbarn?


Dienstag, 26. Mai 2015





Je älter ich werde, umso mehr wird mir bewußt, wie prägend für das ganze Leben Worte sind, die einem als Kind gesagt werden.




Meine Kindheit verbrachte ich in einem Dorf in Schleswig-Holstein. Meine viel zu früh verstorbene Mutti 'erzog' uns mit Lebensweisheiten, die heute noch bei mir präsent sind.




'Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein', 'Ein Bäumchen läßt sich noch biegen, ein Baum nimmermehr', 'Was man sät, das erntet man', sind nur einige Beispiele, worauf dann auch gleich der Satz folgte: „Denk mal drüber nach.“




Zeit zum Nachdenken hatte man damals genug. Das bot sich an beim Erbsen auspulen, beim Böhnchen schnibbeln und bei anderen Arbeiten, zu denen Kinder ganz selbstverständlich herangezogen wurden ('Viele Hände machen schnell ein Ende'). Ansonsten bestimmte die Schule unser Leben. Es gab nichts, das uns ablenken konnte.




ROT steht für die Liebe, BLAU für die Treue, GRÜN für die Hoffnung und GELB für die Falschheit. Und 'GELB plus BLAU gleich Xxxxxfrau' war die Definition für schlechten Geschmack.




An diesen Satz mußte ich denken, als mich die Natur mit genau dieser Farbkombination ins Schwärmen brachte: gelbe Rapsfelder unter blauem Himmel. Und ein sattes Grün gab's noch dazu. Welch ein Anblick!




Nicht alles war früher falsch, aber es war auch nicht alles richtig.

Die Natur kümmert's nicht. Sie malt mit ihren eigenen Farben. Da gibt's keine Disharmonie.

Nach all dem bunten Blühen in meinem Garten tat mir dieser Spaziergang zwischen Rapsfeldern einfach nur gut.




'Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
das durch den sonnigen Himmel schreitet'

heißt es bei Joachim Ringelnatz. Ich mochte schon als Kind weiße Wölkchen auf blauem Himmel.
Und auf den Fotos gefallen sie mir auch, obgleich sie mir meinen Text ein wenig zerstören.




Und was ist bei Euch aus Eurer Kindheit immer präsent?

Ich wünsche Euch einen bunten oder gelb-blauen Tag, ganz wie Ihr mögt...


Sonntag, 24. Mai 2015


Der Garten läßt grüßen...



Mit diesem Pfingstrosenstrauß aus meinem Garten wünsche ich all meinen Lesern frohe, harmonische und sonnige Feiertage, obwohl eigentlich Regen für meine Pflanzen nötiger wäre...




Ich schneide nicht so gerne Blumen aus meinem Garten für die Vase, weil ich meine, daß sie draußen doch länger halten. Aber an besonderen Tagen mache ich gerne eine Ausnahme.

Zunächst dachte ich an drei rote Pfingstrosen und ein paar Kaukasusvergißmeinnicht...




Doch dann nahm ich noch drei rosa und weitere Vergißmeinnicht dazu,




schaffte sie in einer Kiste fort und steckte sie auf der Mauer vor meiner Terrassentür zu einem Strauß für meine weiße Vase.




Das Fotografieren war nicht so einfach, weil plötzlich ein heftiger Wind aufkam, der meinem Pfingstrosenstrauß ein Aussehen wie  'Vom Winde verweht' verlieh.




Ein wahrer Glückspilz ist der Mensch, der zu Pfingsten 'Rosen ohne Dornen' im eigenen Garten pflücken kann...finde ich!



Samstag, 23. Mai 2015



Tausche Teich mit Seerosen gegen Pavillon mit Clematis...




Vor nicht allzu langer Zeit gab es einmal einen Seerosenteich in unserem Garten. Viele Jahre hat er uns Freude bereitet. Die Seerosen hatten irgendwann aber einen derart kräftigen Wuchs, daß sie sich in der Mitte des Teiches auftürmten, so daß wir schließlich das Wasser ablassen und die Seerosen unter großem Kraftaufwand mit Axt und Spaten teilen und neu in Töpfe setzen mußten, was keine schöne Tätigkeit war und wozu immer Mama, also ich, in den glitschigen Schlamm hinabsteigen mußte. Nachdem sich das einige Male wiederholt hatte, schließlich auch noch die Folie an vielen Stellen brüchig wurde und nicht mehr zu reparieren war, fiel die Entscheidung: Der Teich kommt weg!




Nachdem ich viele Ideen wieder verworfen hatte, die allesamt noch mehr Arbeit für mich bedeutet hätten, kam mir die Idee mit dem Pavillon. Ich blätterte in Katalogen, konnte mich aber nicht entscheiden. Dann sah ich in einem großen Gartencenter in den Niederlanden einen komplett aufgebauten sehr stabilen Pavillon und wußte: der und kein anderer.


 



Wenn ich mir jetzt die Bepflanzung anschaue und auf die Clematis montana blicke, kann ich nicht glauben, daß dies erst vor 3 Jahren war. Oder sind es etwa schon vier? Keine Ahnung, ist auch nicht so wichtig.


 



Von den vier Clem. montana blühen bis jetzt zwei. Eine Zeitlang sah es so aus, als würde sich 'Grandiflora' von 'Warwickshire Rose' unterbuttern lassen. Zu meiner großen Freude ist das aber nicht der Fall. Ich bin gespannt, wie das  weitergeht, wenn die anderen beiden, die später gepflanzt wurden, erst richtig loslegen.

Im übrigen beginnt das Geranium jetzt mit der Blüte. Nachfolgend ein paar Fotos meiner frühen Sorten.




 
 
 
 



 


Es ist wohl unschwer zu erkennen, daß ich die Farben Rosa, Weiß und Blau besonders liebe.

Etliche Storchschnäbel, die ich mir im vergangenen Jahr gekauft habe, stehen noch in Töpfen. Es könnte sein, daß sie demnächst an einigen Stellen die Plätze der Hosta einnehmen werden, wenn das mit der Schneckenplage so weitergeht. 

Ansonsten gibt es aus meinem Garten zu berichten, daß zwei meiner Pfingstrosen blühen (zeige ich später zusammen mit den anderen) und die erste einfach blühende Rose auch, ein Andenken an St. Peter Ording, wo ich sie als winziges Pflänzchen, auf dem alle Spaziergänger achtlos herum traten, am Wegesrand fand, in mein Tempo-Taschentuch wickelte und zu Hause in einen Topf setzte.




Das war vor immerhin sieben Jahren. Wie die Zeit verfliegt...

Euch, meinen lieben Lesern, sage ich 'auf bald' und habt bis dahin eine gute Zeit.