Donnerstag, 30. April 2015





Aua, mein Rücken! Jedes Jahr, nachdem ich unsere 13 Meter lange Einfahrt und meinen Stellplatz Fuge für Fuge ausgekratzt und vom Unkraut befreit habe, verkünde ich: "Das war das letzte Mal! Das tue ich mir nicht noch einmal an!"




Wenn ich dann im Frühjahr Tag für Tag auf das Elend schaue und es niemand anderes macht, erbarme ich mich doch wieder. Und so ein Tag war heute. Einige Quadratmeter vor der Garage müssen noch gemacht werden. Doch diese sind von der Straße nicht einsehbar. Und das ist schon mal gut so.




Eine Zeitlang wurde überall roter Klinker verlegt. Aber niemand hat gesagt, daß dieser im Winter spiegelglatt sein kann, geschweige denn, daß in den Fugen Moos und alle möglichen Samen (Pusteblumen vom Nachbarn, Rasen, Akeleien, Fingerhüte u.v.a.m.) besser aufgehen als in jedem Anzuchtbeet. Vorbei ist vorbei. Waschbeton macht auf jeden Fall weniger Arbeit.




Um wieder in den aufrechten Gang zu kommen, habe ich, bevor die Tulpen verblühen, einige Fotos vom Vorgarten gemacht. Es ist farblich überhaupt nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Die Tulpenzwiebeln hatte ich sorgfältig ausgesucht, Ton in Ton zusammengestellt, dafür sogar die Abbildungen aus dem Katalag ausgeschnitten und nebeneinander auf den Tisch gelegt, um mich davon zu überzeugen, daß es genau so aussehen sollte.




Auch die Tulpen, die im vergangenen Jahr in Kübeln geblüht haben, sehen teilweise völlig anders aus und von anderen sind nur noch ein paar Blätter übrig. Zum Glück bin ich nicht die einzige mit diesen Erfahrungen.




Kann uns der Spruch von Vincent van Gogh trösten? Er lautet:

'Wenn Blumen, gleichgültig
welcher Farben und Formen, zusammenstehen, 
kann niemals ein Bild der 
Disharmonie entstehen.'




Ich bin mir da nicht so sicher...Und was sagen meine anonymen Leser dazu?
Einen schönen Abend Euch allen.


Dienstag, 28. April 2015

Meine Clematis montana hat pralle Knospen, die Clematis alpina öffnen sich gerade und die Pfingstrosen, jedenfalls Paeonia rubra plena, neigt sich mit ihren dicken Knospen schon gen Boden. Bevor dieses Spektakel aber losgeht, möchte ich diesen Post noch einmal den Stiefmütterchen und Hornveilchen widmen, die mir so viel Freude bereiten und an denen ich mich gar nicht sattsehen kann.
















 


Ohne mehr für heute wünsche ich meinen Lesern einen schönen Apriltag mit einem Text von Khalil Gibran:

'Im Herbst sammelte ich alle meine Sorgen
und vergrub sie in meinem Garten.
Als der Frühling wiederkehrte - im April -,
um die Erde zu heiraten, da wuchsen
in meinem Garten schöne Blumen.'



Mittwoch, 22. April 2015





Im Februar kam mir spontan die Idee, einen Gartenblog einzurichten. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wie man 'das' macht. Aber ich wußte genau, wie der Blog aussehen sollte, tippte unermüdlich die Texte für die vorgesehenen Seiten in mein Office, suchte aus meinem Archiv die entsprechenden Fotos heraus und fand einen netten Menschen, der sich meiner Sache annahm. Mein Start war etwas holprig. Da gibt es zwei Daten: 25.02. und 05.03.15.




Und wenn Google nicht lügt, gibt es bis heute 5.426 Aufrufe. Wenn ich anfangs auch fast jeden Tag selbst nachgeschaut habe, ob Staudenflüstern noch 'online' ist oder ich etwa durch Betätigen der falschen Taste aus Versehen alles wieder gelöscht habe, gehen 5.426 Aufrufe nicht allein auf mein Konto. Im Klartext bedeutet das, dass ich nicht mein einziger Leser sein kann!





Weil bislang all' meine Seiten mit den Worten 'Keine Kommentare' enden, ging ich der Sache auf den Grund, weil mich beim Schreiben eines neuen Posts neuerdings das Gefühl beschlich, als würde ich Selbstgespräche führen, was nicht gerade motivierend für mich ist.

Es gab einen Fehler. Wir haben 'Profil auswählen' überarbeitet, so daß es nun endlich auch praktisch möglich ist, einen Kommentar tatsächlich abzugeben, insbesondere auch als 'Anonym', wenn man selbst nicht bei Google ist oder einen eigenen Blog hat.

Dafür gilt, was ich unter 'Gästebuch' geschrieben habe. Ich freue mich über jedes Feedback.




Was den Garten angeht, war ich nicht untätig. Ich habe Blumenerde, Hornspäne, Urgesteinsmehl, Kies und Töpfe besorgt und meinen Neuzugang an Aurikeln eingepflanzt. Hier ist der Beweis:




Die Säulenkirsche hat eine Nachblüte, der alte Kirschbaum steht in voller Blüte, die Tulpen sowieso, das Kaukasusvergißmeinnicht und vieles mehr.

Und jetzt seid Ihr dran. Haut mal in die Tasten. Ich zähl auf Euch. Bis demnächst alles Liebe...


Dienstag, 21. April 2015





Als ich gestern nachmittag mit der Gießkanne im Garten unterwegs war, um zu schauen, welche Pflanzen bei dem Sonnenschein eventuell schon schlapp gemacht haben, stach mir plötzlich ein großer, gelber Fleck ins Auge. Unsere Sumpfdotterblume blüht! Sie war mir in diesem Jahr noch gar nicht aufgefallen. Ich hatte zwar schon einige Male das Wasser vom Tümpel, in dem sie seit zwei Jahrzehnten wächst, aufgefüllt und fragte mich, ob der versenkte schwarze Maurerkübel undicht ist oder ob das Wasser nur ganz einfach verdunstet. Außer Entengrütze an der Oberfläche war nichts im Tümpel. Das knallige Gelb ist nun aber einfach nicht zu übersehen.




Oft wird die Langlebigkeit bestimmter Pflanzen erwähnt, z.B. von Pfingstrosen und Lenzrosen. Dass eine simple Sumpfdotterblume es über so viele Jahre am selben Platz aushalten kann und Jahr für Jahr ohne irgendein Zutun überschwenglich blüht, finde ich schon erstaunlich. In der Natur ist es ja eigentlich auch so. Aber man denkt doch immer, dass es junge Pflanzen, also die Nachkommen, sind. Vermehrt hat sich die unsrige nicht. Aber das ist ja auch nicht nötig. Wir haben nämlich zwei Tümpel mit jeweils einer Sumpfdotterblume. Weil ein Tümpel in der Sonne und der andere im Schatten steht, verlängert sich die Blütezeit entsprechend. Das heißt, die zweite beginnt zu blühen, wenn die erste gerade verblüht.




Kürzlich sah ich vorgetriebene Sumpfdotterblumen im Gartencenter und fragte mich, wer die wohl kauft. So einfach hätte ich es also damals auch haben können. Ich hatte meine Tochter besucht, deren Adresse früher 'Nünnings Mühle' war. Auf dem Nachhauseweg kürzte ich den Weg ab und fuhr über die Bauerschaft 'Dumte'. Dort befindet sich zu beiden Seiten der Straße ein Wäldchen, das plötzlich durch eine große Fläche in strahlendstem Gelb unterbrochen wurde. Das erinnerte mich schlagartig an die Sumpfdotterblumenwiesen in meiner Kindheit. Seit längerem überlegte ich nämlich schon, was ich in die beiden Tümpel an der Südseite unseres Hauses pflanzen könnte. Nur mit Wasser befüllt sahen sie ziemlich komisch aus. Und in diesem Moment hatte ich die Erleuchtung. Ich fuhr rechts 'ran, stieg aus und lief Richtung 'strahlendes Gelb'. Weit kam ich dabei aber nicht; denn plötzlich gab der Boden nach, ich sank ein und steckte fast bis zu den Knien im Schlamm. Ich hatte nur völlig euphorisch an Dotterblumen für meinen Tümpel und nicht an den Sumpf gedacht. Mit bloßen Händen buddelte ich zwei Pflänzchen aus und wühlte mich durch den Dreck zurück zur Straße. Dort hatte ich einiges zu tun, um nicht das Auto zu ruinieren. Meine Tochter hatte kurz zuvor noch meine neuen Sportschuhe mit den drei Streifen bewundert. Die kamen zusammen mit den Socken und der Jeans direkt in die Waschmaschine. Aber was sagte schon Wilhelm Busch? 'Mit der Zeit wird alles heil...'



Wie so manches in meinem Garten, so haben also auch diese beiden Pflanzen ihre eigene Geschichte. Aber sie scheinen sich hier recht wohl zu fühlen und danken es mir mit einer langen Blütezeit. Vor Jahren meinte ich es mal besonders gut mit ihnen. Ich wollte das Wasser erneuern und den Schlamm entfernen. Als ich mit den Händen nach dem Matsch griff, beförderte ich etwas Großes, Glitschiges, Lebendiges ans Tageslicht, ließ es aber gleich wieder fallen und schrie hysterisch auf. Das war eine dicke, alte Kröte oder irgend so etwas.
Seitdem bleiben die Kübel sich selbst überlassen. Es sind sozusagen 'Relikt-Biotope'.

Der Tümpel im Schattenbereich ist das Zuhause eines kleinen Steinjungen und in dem anderen wartet der 'Froschkönig' darauf, dass die Prinzessin (oder die dicke Kröte?) ihn küßt...

Ich wünsche Euch einen märchenhaft schönen Frühlingstag!

Nachtrag: Beim Fotografieren heute morgen passierte ein Malheur. Ich wollte den Stab des Froschkönigs kürzen, weil er über den Blüten schwebte. Dabei fiel der Frosch, der aus Eisen ist und Rost angesetzt hat, auf den Boden, wobei seine Krone zerbrach (!). Wer hatte denn die Idee, ihm eine Keramik-Krone aufzusetzen? Das habe ich all die Jahre nicht gewußt. Nun ist es zu spät. Sorry!


Samstag, 18. April 2015

Auf der Fahrt zum Supermarkt meines Vertrauens nahm ich heute vormittag einen etwas größeren Umweg in Kauf. Ich hatte gehört, dass am 18.04., also am heutigen Samstag, eine private Pflanzenbörse (tauschen, kaufen, verkaufen) stattfinden soll. Ich wollte nur mal kurz schauen, was da so angeboten wird. Meine eigenen Töpfe vom vergangenen Jahr kommen nämlich nicht so richtig voran.













Bereits beim ersten Stand blieb ich stehen und war hin und weg. Ein Hobbygärtner und Aurikel-Sammler bot seine Pflanzen an. Ich wollte mir eine besonders schöne Aurikel aussuchen. Sie waren mit Stecketiketten versehen und hatten Namen, wie zum Beispiel 'Pavarotti', 'Martin Luther King', 'John Wayne', 'Orwell Tiger', 'Florence Brown', 'Dale's Red', 'Sweet Pastures', so dass ich mich gar nicht entscheiden konnte. Und als ich den Preis hörte, kam ich ins Schleudern, in ein längeres Gespräch mit dem Pflanzenfreund und kaufte alle vorgenannten und noch drei ohne Schild, trug sie frohen Herzens zu meinem Auto, begrüßte nur noch kurz ein paar andere Gartenbegeisterte und fuhr eiligst davon.




Auf der Heimfahrt kreisten meine Gedanken darum, dass ich mir in der kommenden Woche Blumenerde (TKS 2), Perlite, Haddorfer Kies (ersatzweise scharfen Sand oder Bimskies), Urgesteinsmehl und Hornspäne besorgen sollte und am besten gleich noch das Buch 'Die Aurikel' von Brigitte Wachsmuth/Marion Nickig, schlimmstenfalls auch noch passende Töpfe.

Zu Hause stellte ich die Pflänzchen zunächst einmal in Übertöpfe aus dem Keller und machte Fotos für diesen Post.




Falls sich jemand über die große, lavendelfarbene Aurikel wundern sollte, ja, ich gebe es zu, auf meinem Nachhauseweg kam ich noch an einem Gartencenter vorbei, wo sie als 'Himmelsschlüsselchen' angeboten wurde...

Ein 'himmlisches' Wochenende all denen, die auch bei Pflanzen immer mal wieder schwach werden.



Freitag, 17. April 2015

Gestern war ich mit meiner neuen Oma-Geschichte beschäftigt. Deshalb wohl fiel mir erst heute morgen auf, dass die Tulpen an der Grenze zum Nachbarn blühen und der alte Kirschbaum rechts daneben in der Ecke ebenfalls zu blühen beginnt.




Außerdem muß ich mich wohl bei meinen Veilchen (und bei Goethe) entschuldigen. Der Standort scheint doch der richtige zu sein. Sie stehen nun ebenfalls in Blüte. Um allerdings ein gescheites Foto zu erhalten, müßte ich mich lang auf den Boden legen. Aua! Mein Rücken tut sowieso schon weh.







Beim Fotografieren der Tulpen im Vorgarten stachen mir die beiden blühenden Kuhschellen ins Auge (Pulsatilla vulgaris), die ich besonders mag. Ich freue mich, dass sie wieder da sind. Das ist nicht selbstverständlich.







Jahrelang hatte ich keine Tulpen im Garten, dann vor drei oder vier Jahren doch wieder vielversprechende Farben gepflanzt und dabei auch auf bewährte Sorten geachtet. Im ersten und zweiten Jahr blühten sie sehr schön. In diesem Jahr stehen an verschiedenen Stellen nur noch Blätter. Einige davon habe ich heute samt Zwiebeln im Kompost entsorgt. Und meine Begeisterung für Tulpen hält sich nun wieder in Grenzen. Ich mag nicht in jedem Herbst neue Blumenzwiebeln pflanzen.




Wie diese Buschwindröschen in meinen Vorgarten gekommen sind, weiß ich nicht.  Und wie ich sie kenne, werden wenigstens sie sich auch hier fleißig weiter vermehren.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...
 

Sonntag, 12. April 2015




Als ich im vergangenen Jahr auf einer privaten Staudenbörse war, fragte mich eine Reporterin, die darüber einen Bericht für die Tageszeitung schreiben wollte, weshalb ich hier Pflanzen 'verkaufen' würde.

Ich berichtigte sie und sagte, ich würde keine Pflanzen 'verkaufen', sondern 'verschleudern'. Vor allem wären dafür zwei Gründe ausschlaggebend: Erstens gefällt mir die Vorstellung, dass Pflanzen, die ich herangezogen habe, in den Gärten mir fremder Menschen wachsen würden, wie ich es auch gerne habe, mich beim Anblick bestimmter Pflanzen in meinem Garten an Menschen oder an Situationen zu erinnern.

Zweitens bin ich beeindruckt, wenn schon junge Leute dieses tolle Hobby für sich entdeckt haben, was ich gerne mit einem günstigen Preis honoriere. Und wenn ich merke, dass sie rechnen müssen, ob sie sich nun eine oder zwei Pflanzen leisten können, gebe ich gerne mal eine gratis dazu. Das verblüffte Lächeln bedeutet mir mehr als ein Euro im Portemonnaie.

Und anstatt mich heute morgen bei herrlichstem Sonnenschein an Menschen zu erinnern, mußte ich plötzlich an eine längst verjährte Begebenheit denken. 'Tatort' war der Wald rund um Bad Homburg. Ich holte einen Teelöffel aus meiner Jackentasche und, nachdem ich mich vergewissert hatte, von niemandem beobachtet zu werden, grub ich drei ca. 5 cm lange Rhizome vom Buschwindröschen (Anemone nemorosa) aus. Diese wickelte ich in eine feuchte Serviette und verstaute sie samt Löffel in meiner Jackentasche.




Einige Tage zuvor hatte ich an einer Wanderung durch den Taunus teilgenommen. Der ganze Waldboden bildete einen einzigen weißen Blütenteppich. Nie zuvor hatte ich solche Mengen von Buschwindröschen (Windröschen) gesehen und war zutiefst beeindruckt. Mein Garten zu Hause sollte mich immer an dieses schöne Erlebnis erinnern. Deshalb entschloß ich mich einen Tag vor meiner Abreise zu dieser Aktion.




Viele Jahre sind seitdem vergangen. Die Nachfahren dieser drei Rhizome vagabundieren mittlerweile durch meinen gesamten Garten. Als Gehilfen habe ich entweder die Vögel oder die Ameisen in Verdacht, denn die Samen, die sie bilden, können ja nicht wandern, die Rhizome schon, aber nicht bis in den Vorgarten, aufs Hochbeet und in meinen großen Terracotta-Topf mit den Aurikeln. Ich nehme alles mit einem milden Lächeln hin.




Herbstanemonen gehören sowieso zu meinen Lieblingspflanzen. Mit denen, die im Frühling blühen, ist es nicht anders.




Erst kürzlich hatte ich mir eine (vorgetriebene) Gartenanemone (Anemone coronaria) in einem besonders schönen Rot gekauft und mich eine Zeitlang im Eßzimmer daran erfreut. Natürlich war es in der Wohnung für sie zu warm.




Das Balkan-Windröschen (Anemone blanda), auch als Strahlenanemone bekannt, ist in meinem Garten nicht so vermehrungsfreudig. Ich habe einen großen weißen Tuff und fünf blaue Tuffs.




Dann wächst seit ein paar Jahren noch das Große Windröschen (Anemone sylvestris) neben der Weymouthskiefer, das sich gut vermehren soll, sich bei mir aber bis jetzt zurückhält. Vielleicht ist der Standort nicht optimal. Diese reinweiße Anemone ist eine sommergrüne Staude. Sie wird bis 40 cm hoch, hat schalenförmige Blüten mit einem Durchmesser von bis zu 7 cm und mag es sonnig und trocken. Sie blüht im Mai/Juni. Das nachfolgende Foto ist vom vergangenen Jahr.




Beenden möchte ich diesen Post mit einem Spruch von Albrecht Dürer, der da lautet:

'Willst du wissen, was Schönheit ist,
so gehe hinaus in die Natur,
dort findest du sie.'

Stimmt!

Freitag, 10. April 2015






Wenn ich in einer Gärtnerei oder einem Gartencenter bin, bleibe ich immer bei allem stehen, was mit 'Viola' etwas zu tun hat, ob es nun Veilchen, Hornveilchen oder Stiefmütterchen sind. Gestern (!) waren es die zauberhaften Viola 'Ice Teenies'. Ich mag diese Pflanzen einfach. Sie erinnern mich an meine Kindheit. Wenn ich als Schulkind Blumen gemalt habe, waren immer Stiefmütterchen darunter. Und damals habe ich mich schon gefragt, weshalb sie eigentlich diesen Namen haben, wo doch der Begriff 'Stiefmutter' immer mit dem Wort 'böse' in Verbindung gebracht wurde und vor allem auch in Märchen so negativ belegt war.




Nun endlich habe ich mich schlau gemacht. Die fünf Blütenblätter des Stiefmütterchens werden aufgeteilt, und zwar das untere breite Blatt steht für die Stiefmutter, die beiden seitlichen rechts und links darüber für die Töchter und die beiden oberen für die Stieftöchter.




Restlos beantwortet ist meine Frage damit aber eigentlich auch nicht.




Tröstend für mich ist, daß das Stiefmütterchen unter anderem auch als Sinnbild für die Erinnerung und für die Kraft der liebevollen Gedanken steht und bereits im Mittelalter das Symbol guter Gedanken und des Andenkens war.




Es soll Gegenden geben, in denen man es unter dem Namen 'Dreifaltigkeitskraut', 'Herzenstrost', 'Mädchenauge' oder 'Schöngesicht' kennt. Für mich am treffendsten ist der letztgenannte Name. Das Gesicht ist es nämlich, das mich immer wieder schwach werden läßt.




Außer mir macht sich aber offenbar niemand Gedanken über den Namen und es hindert niemanden daran, sie in den Einkaufswagen zu stellen; denn fest steht, daß die Gattung Viola zu den meist verkauften Zierpflanzen in Deutschland zählt.




Mich wundert's nicht.




Ein schönes Wochende Euch allen.