Donnerstag, 17. Dezember 2015

Eine eher zufällige Begegnung...
  
hatte ich am Donnerstag, dem 26. November.
Ich war unterwegs, weil ich für einen neuen Post 
Linden fotografieren wollte.
Die erste auf dem Schöppinger Berg zu finden, 
war für mich kein Problem.
Die 1.000-jährige Tanzlinde in Asbeck fand 
ich mit Hilfe meines Navis.
Und dann wollte ich die alten Linden in der
zu Wessum gehörenden Bauerschaft Averesch aufsuchen
und stellte mein Navi entsprechend ein.
Doch das führte mich zuerst an schönen Baumreihen vorbei,
danach aber kreuz und quer über schmale Feldwege,
die keinen Gegenverkehr zuließen,
so dass es mir schließlich irgendwann spanisch vorkam.




Als ich einen älteren Mann auf einem
 nahe der Straße gelegenen Hof entdeckte,
hielt ich an, um ihn zu fragen, ob ich hier richtig sei.
Er bestätigte mir, was ich schon ahnte. Es war völlig falsch.
Wir kamen ins Gespräch. Ich erklärte ihm, woher ich
kam und weswegen ich unterwegs war. 




Daraufhin meinte er, ich könne doch
seine alte Eiche links neben den Gebäuden fotografieren,
die zwar aus Sicherheitsgründen arg beschnitten
werden mußte, aber ich dürfe ruhig mal schauen.
Weil die Eiche von der Straßenseite schlecht
zu fotografieren war und im Schatten lag,
ging er mit mir über die Tenne hinter das Haus.
Und da war ich mitten drin im Paradies
dieses älteren Herrn.
 



Um die Eiche ganz aufs Foto zu bekommen,
musste das Törchen zur Wiese geöffnet werden,
 was zur Folge hatte,  dass wie aus dem Nichts zwei Ponys
 angetrabt kamen, die mich beschnupperten.
Ein großer Hund, der mir ein wenig Angst einflößte,
 gesellte sich dazu und dann auch noch ein kleines Hündchen,
 das sich an meinen Schuhen zu schaffen machte 
und sich von mir streicheln ließ.




Das fühlte sich alles gar nicht fremd an
und auf einmal hatten wir jede Menge Gesprächsstoff.
Mir wurde der Teich mit den Goldfischen gezeigt. 
Von weitem sah ich das Haus mit denTauben.
Da hatte jemand nach und nach im
 Laufe vieler Jahre mit viel handwerklichem Geschick
seinen Traum von einem Leben, wie er es liebte,
 verwirklicht. 
Stolz erklärte mir dieser Mann, 
dass er das Fachwerk am oberen Haus, 
das hinter einer Putzschicht verborgen war, 
freigelegt und in jahrelanger Arbeit
den ursprünglichen Zustand Stein für Stein
 wieder hergestellt habe.  




Und nun lebe er allein auf dem Hof.
 Die Kinder seien in die Stadt gezogen. 
Und es sähe auch nicht danach aus, 
dass eines von ihnen an dem Hof interessiert sei. 
Sein Leben aber sei ausgefüllt. Langeweile kenne er nicht. 
Da gäbe es so viele Dinge, die er noch restaurieren wolle.
Er zeigte mir einige seiner Schätze, 
denen er zu neuem Glanz verholfen hatte...

Es war eine nette Begegnung,
ich glaube, sie tat uns beiden gut. 
Wir hatten uns ein wenig verquatscht.
 Es war schon lange Mittagszeit. 
Wessum verschob ich auf einen anderen Tag.
Beim Abschied sagte ich ihm,
dass ich diesen Ort wahrscheinlich nie wieder finden würde, 
weil die Wege, die mich dorthin geführt hatten,
viel zu kompliziert waren. Er erklärte mir, 
wie ich am schnellsten auf die Hauptstraße gelangen könne. 
Übrigens befand ich mich in einer Bauerschaft in Legden.

Viele Menschen würden glauben, im Paradies zu leben, 
hätten sie ein Zuhause so inmitten der Natur mit Ländereien rundherum. 
Ich wünsche diesem sympathischen Mann, 
dass eines Tages eines seiner Kinder
den Wert erkennt und mit der Familie zu ihm zurückkehrt.

All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen Tag.


P.S. Das schöne Wohnhaus,
das ich nicht fotografiert habe,
befindet sich als Anbau links neben
dem Fachwerkhaus.

Kommentare:

  1. Liebe Edith,
    was für eine wundervolle Geschichte und noch tolle Fotos dazu!
    Das scheint doch wirklich ein fantastisches Anwesen zu sein und sooo viel Platz drumrum.
    Eine schöne Restwoche wünsche ich Dir noch!
    Vorweihnachtliche Rosengrüße
    Christine

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  2. Wie traurig irgendwie.. liebe Edith.. ich glaube, es war kein Zufall, dass Du dort gelandet bist, es sollte einfach so sein ;)) Die Bilder sind wunderschön.. was für ein liebevoll geführtes Anwesen. Ich hoffe, Du findest noch einmal dorthin. Alles Liebe, Nicole

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  3. Liebe Edith, welch zauberhafte Begegnung und so schöne Eindrücke - deine Anwesenheit hat ihm wohl sichtlich gut getan. Schade, dass so ein Anwesen, in dem soviel Herzblut steckt, von den Kindern nicht übernommen wird.
    LG Marita

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  4. Sehr schöne Bilder. Es ist doch immer wieder faszinierend was sich so hinter uneinsichtigen Stellen alles verbirgt.

    LG kathrin

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  5. Ich bin beeindruckt, daß du dich für einen Post extra auf diesen Weg gemacht hast. Aber es hat sich mehr als gelohnt, deine Begegnung mit dem alten, allein zurück gebliebenen Mann hat mich berührt.
    LG Kathinka

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