Montag, 24. August 2015

Natürlich weiß ich...,


daß meine Kinder sehr beschäftigt sind, auf vielen Hochzeiten tanzen müssen. Trotzdem rutschte mir bei meinem Besuch bei meiner Tochter, als ich die vielen Falläpfel auf ihrem Rasen sah, die Bemerkung heraus: "Schade um die schönen Äpfel. Man könnte daraus leckeren Apfelkuchen backen." "Gerne, Mama, du kannst sie dir holen, wann immer du möchtest, auch wenn wir nicht zu Hause sind, das Tor ist immer offen." Das war ein Wort.


Gleich am nächsten Tag fuhr ich hin. Sie waren nicht zu Hause. Aber das Tor stand offen. Ich sammelte die Äpfel vom Rasen auf und holte noch einige mit der Harke vom Baum herunter, genug für einen Apfelkuchen und einmal Apfelmus als Nachtisch.


Weil mir am Freitag etwas dazwischen kam, machte ich mich gleich am Samstagmorgen an die Arbeit. Und schon bald merkte ich, wie mühsam es war, diese Äpfel zu schälen. Weil sie BIO sind, ungespritzt, ungedüngt, reif vom Baum gefallen, sind sie sehr klein, wurmstichig und mit Druckstellen versehen, die schnell zu faulen beginnen. Am Ende war mein Kochtopf gut halb voll. Ich übergoß die Apfelstücke mit Apfelsaft, fügte den Saft einer Zitrone, Vanillezucker und noch etwas Zucker dazu und stellte den Topf auf den Herd, holte schnell meinen Fotoapparat und machte die obigen Fotos. Das Telefon klingelte und als ich danach in den Topf schaute, waren die Äpfel bereits zu Mus verkocht. Es sind also weichkochende Äpfel. Ich wollte sie doch schön stückig  für einen Apfelkuchen haben. Daraus wurde nun nichts. 

Deshalb wurde umdisponiert. Es gab als Nachtisch Apfelmus, was zwar nicht so gut zum Mittagessen paßte, aber trotzden lecker schmeckte. Den Rest füllte ich in ein Glas als kleines Dankeschön an meine Tochter und ihren Liebsten.


Aber es blieb noch eine ganze Glasschale voll mit Äpfeln übrig, die ich gestern zu Apfelmus verarbeitete. Und das Schälen war noch mühsamer, weil  die Fäulnis schon voll im Gange war. Aber für zweimal Nachtisch reichte es und für einen weiteren Gruß.... Na ja, Ihr wißt schon.


Ich war dann aber doch recht froh, als meine Tochter mir vorhin am Telefon erzählte, daß ihre liebste kleine Feundin, eine Pferdenärrin mit eigenem (Schleich-)Reiterhof, übers Wochenende zu Besuch bei ihnen war. Ihr Liebster hätte am Samstagnachmittag die restlichen Äpfel vom Baum geholt, die sie dann alle zusammen während einer ausgiebigen Radtour an (fast) allen Pferdekoppeln des Münsterlandes vorbei an Ponys und Pferde verfüttert hätten. Das war mir dann doch so lieber, als wenn achtzig Prozent der Äpfel in meinem Komposter gelandet wären, von der mühseligen Arbeit ganz zu schweigen.


Apfelkuchen steht nach wie vor auf meiner Liste. Ich werde aber darauf achten, daß die Äpfel nicht zu klein und 'festkochend' sind, wie man es von Kartoffeln kennt. Am besten hole ich sie mir vom Kreislehrgarten in Steinfurt, wo auch sogenanntes Wirtschaftsobst zu einem günstigen Preis angeboten wird.

All meinen Lesern wünsche ich einen schönen Tag.

Kommentare:

  1. Liebe Edith,
    ich musste lächeln, das mit den kleinen Falläpfeln kenne ich nur zu gut. Da schält und schält und schält man...und dann kommt vergleichsweise fast nix dabei rum. Den Apfelmus steht bei meinen Kids ganz hoch im Kurs und daher schnippele ich häufig gefühlte Stunden für den geliebten Nachtisch.
    Deine Bilder sind wieder mal klasse und man kriegt glatt Lust auf...Apfelmus...
    Liebe Grüße Sandra

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  2. Da wird sich Deine Tochter aber gefreut haben, wenn die Wiese leergeräumt war ;)) und Du hast dafür einen wunderbaren Nachtisch.. yammih.. schaut lecker aus ;)) Herzlichst, Nicole

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  3. Das kommt mir von meinen Apfelbäumen her sehr bekannt vor. Winzige Äpfel und Würmer sind auch hier ein Problem. Die Leckereien haben bestimmt gut geschmeckt.

    LG kathrin

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  4. Ach ja, das kenne ich noch gut aus meiner Schrebergartenzeit. Wir haben das Fallobst immer in die Mosterei gebracht und günstig Saft dafür bekommen. Soviel ließ sich einfach nicht schälen und verarbeiten...
    LG Kathinka

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  5. Ach ja, das kenne ich auch. Hinter dem Haus stehen in der Wildnis mehrere Apfelbäume und mein Mann holt mir dann die Äpfel, die von weitem soooooooo gut aussehen. Aber es ist mühsam, sie zu schälen. Ich frage mich jedes Jahr, warum ich mir das antue. Aber selbstgekochtes Apelmus ist eben lecker. Und Apfelkuchen auch.

    Viele Grüße
    Margrit

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  6. Liebe Edith,
    das Problem mit den wurmstichigen Äpfeln kenne auch ich - Leimringe hatte ich mal versucht, aber dabei gehen leider auch Nützlinge drauf

    http://mein-waldgarten.blogspot.de/2011/09/to-do-leimringe-und-apfelwickler.html
    http://mein-waldgarten.blogspot.de/2011/07/fast-wie-herbst-save-food.html

    Es ist wirklich schade, wenn ein Großteil der Ernte im Abfall landet. Aber Befallenes würde ich auch niemals essen wollen.

    Wie gut, daß die restlichen Äpfel noch gepflückt werden konnten, bevor sie auch noch umkommen.

    Liebe Grüße
    Sara

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  7. Kennen wir! Ob die Jüngeren das auch noch machen? Früher habe ich wie verrückt geschnippelt, heute macht das höchstens noch Mr. W. Du warst sehr fleißig!

    Sigrun

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  8. Liebe Edith,
    dieses Geschnipsel kenne ich auch. Dein Apfelmus sieht wirklich lecker aus. Gerade habe ich Hefe gekauft. Es ist mal wieder Zeit für ein Blech Apfelkuchen ;-))).
    Viele Grüße
    Ursula

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