Mittwoch, 15. Juli 2015



Die Engländer sind ja dafür bekannt, daß sie gartenbegeistert bis hin zu fast schon gartenverrückt sind. Und die neuesten Blumenzüchtungen kommen aus England, mit Awards dekoriert, um die im Vergleich zu den Niederlanden recht stolzen Preise zu rechtfertigen.


An dieser Stelle sollte ich fairerweise aber auch erwähnen, daß meine langjährige Freundin Mrs. Popple mich bisher nicht enttäuscht hat. Seit vielen Jahren hat sich diese Freundschaft bewährt. Das sieht schwer nach einem Bund fürs Leben aus.


Anders verhält es sich mit Tom Thumb einschließlich Sohn (Son of Thumb), ich glaube, da war auch noch die Frau dabei, die mir allesamt abrupt ihre Freundschaft gekündigt haben.


Nun will ich nicht weiter in Rätseln sprechen. Es geht in diesem Post um winterharte Fuchsien, die meines Erachtens viel zu selten in Gärten anzutreffen sind. Wer ein schattiges oder halbschattiges Plätzchen hat, sollte sich diese Pflanze unbedingt in den Garten holen.


Unter den winterharten Fuchsien gibt es auch großblumige, wie einige meiner Fotos, die übrigens nicht chronologisch passend zum Text sortiert wurden, zeigen. 


Eines Tages brach plötzlich und unerwartet das Fuchsien-Fieber bei mir aus. Und wenn ich mich für etwas begeistere, dann auch richtig. Ich kaufte mir Fuchsien-Ratgeber von Manthey und Heinke, auch je ein Fuchsienbuch in englischer und niederländischer Sprache und den Fuchsien Atlas, um gut gerüstet zu sein.





Allen Gärtnereien und Gartencentern im Umkreis von 100 km stattete ich einen Besuch ab auf der Suche nach winterharten Fuchsien. Doch das Angebot ließ oft zu wünschen übrig.




Deshalb gelangten auch einige Fuchsien in meinen Garten, von denen ich nicht 100%ig begeistert war, so 'Whiteknight's Pearl'.




Die Schönste von allen war für mich die Fuchsie 'Hawkshead', deren weiße Blüten grüne Spitzen haben. Ich kaufte gleich mehrere Pflanzen, die sich prächtig entwickelten.


Was soll ich sagen? An der Grenze zu unserem hinteren Nachbarn verläuft ein Schlängelpfad von ca. 21 m Länge, der zu einer 'Fuchsienstraße' wurde. Ich pflanzte Fuchsien außerdem an die Nordseite des Hauses, in Hochbeete, ins Kräuterbeet und in den Vorgarten. Es war ein Traum, der oft bis in den November hinein anhielt. Und in jedem Frühling trieben die Fuchsien wieder willig aus.
  
Fuchsia 'Mrs. Popple' (noch im November in voller Blüte)
Doch dann geschah das Unfaßbare. In einem einzigen Winter wurde so gut wie alles dahingerafft. Ich kenne bis heute nicht den Grund. Einige wenige überlebten, unter anderem 'Whiteknight's Pearl'. Sie steht an der Nordseite des Hauses in einem Hochbeet. Momentan hat sie eine Breite von 3,20 m und eine Höhe von 2,30 m, verdrängt rechts und links neben sich die Hortensien und blüht ohne große Dünger- und besondere Wassergaben zur Zeit recht ansehnlich.


So ist es mit den Pflanzen, die wir gar nicht so sehr mögen. Sie tun alles, um uns zu erstaunen und zu erfreuen. Ich nenne sie eine 'XXL-Fuchsie mit rekordverdächtigen Ausmaßen'. Ich würde meinen, daß man Fuchsien mit solcher Wuchskraft eher in Mittel- und Südamerika vermuten würde als in meinem Garten.

Übrigens stammen die anderen oben gezeigten Fuchsienbilder aus meinem Archiv.

Whiteknight's Pearl' (Breite 3,2o m - Höhe 2,30 m)
Außer der XXL-Fuchsie habe ich noch fünf Mrs. Popple, die überlebt haben und bis jetzt sehr schön aussehen und in Blüte stehen. Über den ganzen Garten verteilt wachsen noch ca. acht weitere Fuchsien, zum Teil etwas mickrig, was auch an den inzwischen recht ungünstigen Standorten liegen mag.


Anfangs hatte ich fest damit gerechnet, daß die Fuchsien irgendwann wieder austreiben würden. Ich irrte mich in diesem Punkt, grub die Wurzeln nach zwei Jahren Wartezeit schließlich aus und schnitt die vertrockneten Äste klein. Kurz vor Ende der Aktion 'rettete' ich die restlichen Stiele und band sie zu einem Besen, der nun schon seit langem unter der Weymouthskiefer auf dem Holz vom Flieder liegt .

Warum? Das muß ich nicht erklären. Ihr kennt mich ja inzwischen schon ein wenig...

Kommentare:

  1. Liebe Edith. Die Fuchsien werden bei dir ja riiiieeesig! Toll! Wunderschön finde ich die weisse Sorten. Schade, sind so viele eingegangen. Kennst du die Fuchsiengärtnerei Bieri bei Bern? Ein wahres Fuchsienparadies: http://www.fuchsien.ch Liebe Grüsse vom Engerain. Thomas

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  2. Hallo Edith, deine XXL-Fuchsie ist ja wirklich stattlich anzusehen!!!, aber GsD bin ich dieser Sucht nicht verfallen. :-) Ich muss gestehen, ich habe noch keine Fuchsie - auch nicht die reinen Sommerblüher - besessen, obwohl mir die Blüten recht gut gefallen. Die Erinnerungsstücke kann ich gut nachvollziehen.
    LG Marita

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  3. Liebe Edith,
    das ist wirklich eine beeindruckende Sammlung! Fuchsien sind wirklich etwas besonderes, ich kann deine Begeisterung verstehen.
    Ich habe es erst einmal mit winterharten Fuchsien versucht und hatte kein Glück. Deine Bilder motivieren mich zu einem zweiten Versuch :-)
    Liebe Grüße
    Katharina

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  4. Liebe Edith,
    da gehts dir mit ihnen wie mir mit Rosen!
    Ist ja eine tolle Sammlung und das Novemberbild ist ein Traum!
    Ich wünsche dir einen feinen Sommer :-)
    Ganz viele liebe sonnige Grüße
    sendet dir die Urte :-)

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  5. Liebe Edith,
    das war ja eine traumhafte und sehr beeindruckende Sammlung!
    Mir scheint, dass meine Mutter dann wohl auch 2 kleinblütige Fuchsien besitzt, die draußen überwintern könnten. Aber an beiden hängen schöne Erinnerungen, so dass sie dann doch irgendwann vor Weihnachten lieber mit eingekellert werden. Denn ich hatte ihr auch mal eine Draußen-Fuchsie besorgt, die nur einen Winter dort überlebte. Außerdem sind wir mit Kübelpflanzen flexibler - meist wandern sie im Laufe der Jahre je nach Größe bzw. Blühlücken quer durch den Garten. Und immer wieder stelle ich je nach Wetter fest, dass mir im Frühjahr die Fuchsien einfach noch nicht im Beet gefallen. Als Kübelpflanzen stehen sie dann halt solange im Wintergarten bis sie zum Umfeld passen :-)
    LG Silke

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