Dienstag, 26. Mai 2015





Je älter ich werde, umso mehr wird mir bewußt, wie prägend für das ganze Leben Worte sind, die einem als Kind gesagt werden.




Meine Kindheit verbrachte ich in einem Dorf in Schleswig-Holstein. Meine viel zu früh verstorbene Mutti 'erzog' uns mit Lebensweisheiten, die heute noch bei mir präsent sind.




'Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein', 'Ein Bäumchen läßt sich noch biegen, ein Baum nimmermehr', 'Was man sät, das erntet man', sind nur einige Beispiele, worauf dann auch gleich der Satz folgte: „Denk mal drüber nach.“




Zeit zum Nachdenken hatte man damals genug. Das bot sich an beim Erbsen auspulen, beim Böhnchen schnibbeln und bei anderen Arbeiten, zu denen Kinder ganz selbstverständlich herangezogen wurden ('Viele Hände machen schnell ein Ende'). Ansonsten bestimmte die Schule unser Leben. Es gab nichts, das uns ablenken konnte.




ROT steht für die Liebe, BLAU für die Treue, GRÜN für die Hoffnung und GELB für die Falschheit. Und 'GELB plus BLAU gleich Xxxxxfrau' war die Definition für schlechten Geschmack.




An diesen Satz mußte ich denken, als mich die Natur mit genau dieser Farbkombination ins Schwärmen brachte: gelbe Rapsfelder unter blauem Himmel. Und ein sattes Grün gab's noch dazu. Welch ein Anblick!




Nicht alles war früher falsch, aber es war auch nicht alles richtig.

Die Natur kümmert's nicht. Sie malt mit ihren eigenen Farben. Da gibt's keine Disharmonie.

Nach all dem bunten Blühen in meinem Garten tat mir dieser Spaziergang zwischen Rapsfeldern einfach nur gut.




'Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
das durch den sonnigen Himmel schreitet'

heißt es bei Joachim Ringelnatz. Ich mochte schon als Kind weiße Wölkchen auf blauem Himmel.
Und auf den Fotos gefallen sie mir auch, obgleich sie mir meinen Text ein wenig zerstören.




Und was ist bei Euch aus Eurer Kindheit immer präsent?

Ich wünsche Euch einen bunten oder gelb-blauen Tag, ganz wie Ihr mögt...


Kommentare:

  1. Diese Sätze kenne ich auch, aber nicht aus meinem Elternhaus. Präsent sind unsere Tiere, die Aufenthalte bei den Großeltern, bei den Nachbarn.

    Sigrun

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  2. Liebe Edith,
    an einer gelb-blauen Farbkombination kann ich nichts verwerfliches finden. Aber bei uns hieß es 'Grün und Blau schmückt die Sau!' - warum auch immer ;-) Denn ich mag beide Farben und auch die Kombination von Apfel- oder Maigrün mit bestimmten Blautönen.
    Und andere Sprüche - oh ja ... Aber im Nachhinein meist mit negativem Inhalt wie 'Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen'. Und noch so Allerlei, was mir im entsprechenden Moment dann leider wieder durch den Kopf spukt. Damit macht man sich das Leben nicht leichter und daher bin ich froh, wenn sie allmählich an Bedeutung verlieren. Denn allerlei Spinnentiere sind zum Beispiel bei uns in Haus & Garten gern gesehene Gäste - wenn sie eine bestimmte Größe nicht überschreiten …
    Alles andere führt hier zu weit. Aber die Möglichkeit in einem Siedlungsgarten aufwachsen zu können, damals Wald &Flur in fußweite zu haben, und noch dazu in Kindertagen häufiger einen alten Gutshof mit Fischteichen und vielen Katzen besuchen zu können, das hat viel geprägt :-)
    LG Silke

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  3. Ich kenne diese Sprüche auch, allerdings weiß ich nicht mehr, woher.
    Ob Gelb nun unbedingt mit Falschheit zu tun hat, möchte ich bezweifeln. Auch die Kombination Grün/Blau mochte ich schon immer gerne.
    Auch wenn sie so einen schlechten Ruf hat.
    Deine Fotos sind sehr, sehr schön. So sieht es jetzt einfach aus in Schleswig-Holstein. Und anderswo vermutlich auch.

    Viele Grüße
    Margrit

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  4. Hallo liebe Edith,
    ich liebe Rapsfelder im Frühling, obwohl ich sonst im Garten garnicht auf solch intensives Gelb stehe.
    Das sind wirklich schöne Fotos von den Feldern geworden, und auch deine Pfingstrosen hast Du wirklich schön in Szene gesetzt. Meine sind leider schon verblüht...aber ich kann mich ja jetzt mit den anderen Rosen trösten.
    Gelb steht für mich eigentlich immer für sonnige Stimmung, die Falschheit kenne ich in dieser Beziehung auch nicht...ist vielleicht auch regional unterschiedlich, wie das so gesehen wird...
    Viele Grüße und eine schöne Woche noch wünscht
    Christine aus dem Hexenrosengarten

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  5. Liebe Edith,

    ich finde die Kombination aus blau und gelb herrlich – allerdings vor allem in der Natur. In der Mode mag ich sie höchstens dezent, z.B. eine gelbe Kette zum blauen Shirt, sonst erinnert es mich doch zu sehr an die schwedische Flagge. Und obwohl ich Schweden mag, würde ich die Flagge nicht unbedingt anziehen wollen ;o)) Ich kannte den Farb-Spruch allerdings so: „Rot und blau ist den Kasperl sein‘ Frau“… Wie auch immer, bei Farbkombis war man früher wohl etwas kritischer, aber du hast Recht, manche Sprüche von einst haben auch heute noch Bedeutung und Weisheit … und es könnte außerdem nicht schaden, Kinder heute immer noch ein bisserl mehr in kleine Hausarbeiten mit einzubeziehen. Aber es ist schwieriger geworden, wenn der Schulunterricht bis zum Nachmittag dauert, dann noch jede Menge Lernaufgaben zu erledigen sind, danach vielleicht etwas Sport, weil die Kinder ja heutzutage zu viel sitzen, oder Legasthenieunterricht oder Flötenkurs, weil der Nachwuchs ja gefördert werden muss, und danach wollen die lieben Kleinen nur noch vor dem PC oder Fernseher abhängen, was ich auch verstehen kann, bei all dem Programm, das ihnen dort geboten wird… Neulich sagte eine Bloggerin, trotz all der pädagogisch wertvollen Geräte auf Spielplätzen hätte unsere Generation, die sich irgendwo draußen – im Wald oder in einem Garten oder auf einer Wiese etc – aufhielt, dadurch mehr gelernt als die Kinder heute… Das kann ich unterschreiben. Und obwohl wir helfen mussten, hatten wir wahrscheinlich auch mehr Kindheit als die Kinder heute…

    Ich danke dir herzlich für deine lieben Zeilen in meinem Blog – tut mir, leid, dass es so lange dauerte, bis ich es geschafft habe, dich ebenfalls zu besuchen…

    Alles Liebe, die Traude

    http://rostrose.blogspot.co.at/2015/05/von-edlen-recken-holden-maiden-und.html

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  6. Ja, ich kenne sie alle, diese alten Sprüche. Meine Eltern haben sie nicht benutzt, wer sie mir beigebracht hat, weiß ich nicht mehr. Aber grün und blau, das ging gar nicht. Ich musste mal einen grünen Pullover zu einer blauen Hose anziehen. Noch immer klingen mir die Ohren, wenn ich an die Hänseleien meiner Mitschüler denke. Manches wird eben auch besser.
    Liebe Grüße,
    Anette

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  7. Liebe Edith,
    diese Sprueche kenne ich auch alle noch oder der Klassiker "Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt" ;)
    Bei uns sagt man immer:"Gruen und blau geht Kaspers Frau, noch ein bisschen gelber geht der Kasper selber."
    Die Kombination aus gelben Rapsfeldern und blauen Himmel mag ich auch sehr!!
    LG die Karo

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  8. Hallo Edith,
    nun muss ich mal schauen, wer mir da geschrieben hat. Ich finde die Rapsfelder toll. Wir wohnen ja am Ende der Straße, nach uns kommt die Pferdekoppel, dann jede menge Wiesen und Weiden. Die Rapsfelder sind ein gutes Stück weit weg, aber ich mag es wenn ich morgens an Ihnen vorbei fahre und sie so herrlich gelb leuchten. Zieht ein Gewitter herauf, dann leuchten sie noch mehr. Deine Sprüche kenne ich nicht, kann mich aber erinnern, dass die Oma auch solche auf Lager hatte. Sie gab sie nicht garstig weiter, sondern erzählte nur wie Du, dass sie manchmal sehr verletzten waren. Wenn ich an meine Kindheit denke, dann immer an den Nachbarsjungen in meinem Alter und wie wir mt seiner Mama durch die Wiesen zogen und Picknick machten.
    LG und hab noch ein schönes Wochenende
    Manu

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