Donnerstag, 2. April 2015

Reliktwald Bad Bentheim im eigenen Garten?

Als ich vor einigen Jahren im Kurpark von Bad Bentheim spazieren ging, stand ich irgendwann an einem Bereich, vor dem ein Schild angebracht war mit (sinngemäß) folgendem Text
'Relikt-Wald
Betreten auf eigene Gefahr'.

In diesem Wald wurde nichts auf- oder weggeräumt. Er blieb - wie vor Urzeiten - einfach sich selbst überlassen. Dort lagen moosbedeckte, umgestürzte Bäume, auf denen Pilze, Farne und kleine grüne Büsche wuchsen, haufenweise abgebrochene Äste, die ein guter Unterschlupf für die Tiere des Waldes darstellten, und zwischen alledem zeigten unzählige Sämlinge sowohl von Nadel- als auch von Laubbäumen neues Leben an.




Dies fiel mir heute bei meinem Rundgang durch meinen Garten wieder ein. Ich denke, daß es auch unserem uns anvertrautem Stück Land oder wenigstens einem Teil davon gut tut, wenn wir es einfach eine Zeitlang (vielleicht sogar krankheitsbedingt) mal ganz in Ruhe lassen, nicht hacken und auch nicht jäten.

Vor drei oder vier Jahren etwa entdeckte ich in den Hochbeeten unter meiner Clematis montana, die an der Nordseite des Hauses steht und wegen Handwerkerarbeiten schon zweimal bis zum Boden zurückgeschnitten werden mußte, zwei bis drei Zentimeter hohe Sämlinge dieser Waldrebe. Im Alter von ca. 20 Jahren bildete diese Kletterpflanze nach meinem Wissen erstmals keimfähige Samen! Und es gelang mir tatsächlich, daraus blühfähige und blühwillige Clematis montana heranzuziehen.




Mit diesen Gedanken beschäftigt, achtete ich heute besonders auf derartige Sämlinge in meinem Garten und nahm einige davon aus der Erde, um sie in Töpfe zu setzen.




Ich entdeckte z.B. eine Säuleneibe, eine Eibe (die man beschneiden kann und von der ich zwei Kugeln im Vorgarten habe), einen Kirschlorbeer (den es vor 30 Jahren in unserem Garten einmal gab), Buchsbaumsämlinge, unzählige Sämlinge des 'Efeubaumes', sogar eine Weymouthskiefer, einen Sommerflieder, kleine Farne, Lenzrosen, Glockenblumen, Akeleien, Sedum, Vergißmeinnicht und noch etliche andere.

Geht doch auch mal in Eurem Garten mit offenen Augen auf Entdeckungsreise und zupft nicht gleich alles als Unkraut heraus. Viel Spaß dabei.

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